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Weihnachten – Gott kommt in die Zeit
In der Schweiz ist die Natur und damit auch das Leben der Menschen durch die Jahreszeiten geprägt: Erwachen im Frühling, Aufblühen im Sommer, Fülle im Herbst und Absterben im Winter. Dieser stetige Rhythmus begleitet uns durch das Kalenderjahr und hat die Menschen schon immer in einem Kreislauf von Erwartung und Erfüllung begleitet. Die Hoffnung auf das Neue steckt in uns allen und bedeutet nicht nur Hoffnung auf ein erneutes Erwachen der Natur, sondern auch: Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Geburt als Zeichen für einen neuen Anfang
Betrachten wir das menschliche Leben, gibt es wohl kein stärkeres Symbol für einen neuen Anfang und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft als die Geburt eines Kindes. Mit ihm beginnt eine neue, eigene Geschichte und gleichzeitig wird auch die Geschichte der Eltern, der Familie fortgeführt. Bereits die ersten Menschen deuteten die Geburt deshalb als den Sieg des Lebens über die Vergänglichkeit und gaben ihr eine religiöse Bedeutung.
Gott selbst ist in Jesus Christus Mensch geworden
Christinnen und Christen glauben, dass Gott selbst in Jesus Christus das Licht der Welt erblickt hat. An Weihnachten hören wir im Evangelium: «Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.» Das bedeutet aus christlicher Sicht: Gott hat sich als Mensch vergegenwärtigt, erfahrbar gemacht und offenbart. Gott ist somit in den menschlichen «Zeitenrhytmus» hineingekommen, wurde ein Teil unserer Zeit. Weil Gott in Jesus Mensch geworden ist, bekommt unsere Zeit eine tiefere, «göttliche» Bedeutung.
Warum feiern wir Weihnachten eigentlich am 25. Dezember?
Die weitverbreitetste Theorie lautet: Die Entscheidung wurde im 4. Jahrhundert von den damaligen Christinnen und Christen in Rom getroffen. Nichtchristliche Römerinnen und Römer hatten seit dem Jahr 274 an diesem Tag mit dem Fest des «sol invictus», des unbesiegten Sonnengottes, eine personifizierte Wintersonnenwende gefeiert. Als das Christentum zur Staatsreligion wurde, wollten Gläubige heidnische Feste umgestalten. Wahrscheinlich geschah dies auch, um Römerinnen und Römer, die weiterhin an heidnischen Bräuchen festhielten, an den christlichen Glauben heranzuführen.