Weihnachten – ​Gott kommt in die Zeit
Die Milchstrasse zeigt die Weite des Universums und der Schöpfung. Weihnachten erinnert uns daran, dass Gott in diese Schöpfung und in die menschliche Zeit hineingekommen ist.
Bild: © Venrike Artworks/Pixabay

Weihnachten – ​Gott kommt in die Zeit

In der Schweiz ist die Natur und damit auch das Leben der Men­schen durch die Jahreszeit­en geprägt: Erwachen im Früh­ling, Auf­blühen im Som­mer, Fülle im Herb­st und Abster­ben im Win­ter. Dieser stetige Rhyth­mus begleit­et uns durch das Kalen­der­jahr und hat die Men­schen schon immer in einem Kreis­lauf von Erwartung und Erfül­lung begleit­et. Die Hoff­nung auf das Neue steckt in uns allen und bedeutet nicht nur Hoff­nung auf ein erneutes Erwachen der Natur, son­dern auch: Hoff­nung auf eine bessere Zukun­ft.

Geburt als Zeichen für einen neuen Anfang

Betra­cht­en wir das men­schliche Leben, gibt es wohl kein stärk­eres Sym­bol für einen neuen Anfang und die Hoff­nung auf eine bessere Zukun­ft als die Geburt eines Kindes. Mit ihm begin­nt eine neue, eigene Geschichte und gle­ichzeit­ig wird auch die Geschichte der Eltern, der Fam­i­lie fort­ge­führt. Bere­its die ersten Men­schen deuteten die Geburt deshalb als den Sieg des Lebens über die Vergänglichkeit und gaben ihr eine religiöse Bedeu­tung.

Gott selbst ist in Jesus Christus Mensch geworden

Christin­nen und Chris­ten glauben, dass Gott selb­st in Jesus Chris­tus das Licht der Welt erblickt hat. An Wei­h­nacht­en hören wir im Evan­geli­um: «Und das Wort ist Fleisch gewor­den und hat unter uns gewohnt.» Das bedeutet aus christlich­er Sicht: Gott hat sich als Men­sch verge­gen­wär­tigt, erfahrbar gemacht und offen­bart. Gott ist somit in den men­schlichen «Zeit­en­rhyt­mus» hineingekom­men, wurde ein Teil unser­er Zeit. Weil Gott in Jesus Men­sch gewor­den ist, bekommt unsere Zeit eine tief­ere, «göt­tliche» Bedeu­tung.

Warum feiern wir Wei­h­nacht­en ​eigentlich am 25. Dezem­ber?

Die weitver­bre­it­et­ste The­o­rie lautet: Die Entschei­dung wurde im 4. Jahrhun­dert von den dama­li­gen Christin­nen und Chris­ten in Rom getrof­fen. Nichtchristliche Römerin­nen und Römer hat­ten seit dem Jahr 274 an diesem Tag mit dem Fest des «sol invic­tus», des unbe­siegten Son­nen­gottes, eine per­son­ifizierte Win­ter­son­nen­wende gefeiert. Als das Chris­ten­tum zur Staat­sre­li­gion wurde, woll­ten Gläu­bige hei­d­nis­che Feste umgestal­ten. Wahrschein­lich geschah dies auch, um Römerin­nen und Römer, die weit­er­hin an hei­d­nis­chen Bräuchen fes­thiel­ten, an den christlichen Glauben her­anzuführen.

Leonie Wollensack
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