Säen im Winter
Bernadette Bernasconi, Seelsorgerin Diakonie und Soziales, Pfarrei Schöftland
Bild: © zVg

Säen im Winter


Noch ist es kalt, die Erde gefroren, zu früh, um zu säen. Viele ken­nen die Sehn­sucht, wieder draussen zu wirken. Schauen, was schon spriesst, Abgestor­benes vom let­zten Jahr zurückschnei­den, Kom­post verteilen. Glück­lich, wer einen Garten hat oder ein paar Pflanztöpfe. An vie­len Orten stellt die Kirche Land zur Ver­fü­gung. Pfar­reigärten ganz unter­schiedlich­er Art sind ent­standen mit Gemüse, Blu­men, Beeren, Sträuch­ern und Bäu­men. Manch­mal wird nicht nur für pri­vate Bedürfnisse geern­tet. Mit den Blu­men wird die Kirche geschmückt, Kür­bisse wer­den für den Sup­pen­tag zubere­it­et. Gärten helfen, Gemein­schaft zu schaf­fen. Gast­fre­und­schaft auch für Insek­ten und Vögel, die Nahrung find­en, weil darauf geachtet wird, die Umge­bung natur­nah zu gestal­ten. Da ist viel Gutes ent­standen.

Dass die Saat aufge­ht, auch im über­tra­ge­nen Sinn, ist eine tiefe Sehn­sucht, die wir in uns tra­gen. Es gibt Momente im Leben, in denen uns das beson­ders bewusst ist. Bei Abschieden, zu Beginn von etwas Neuem. Bei mir ist es die bevorste­hende Pen­sion­ierung. Mit vie­len Men­schen unter­wegs sein zu dür­fen, war span­nend und her­aus­fordernd, ein gross­es Geschenk. Der Dia­log auf Augen­höhe bere­it­et den Boden. So kön­nen Begabun­gen, Bedürfnisse und Ansicht­en zu Samen wer­den. Das Leben bleibt span­nend: Nicht jed­er Samen geht auf, und manch­mal wer­den aus den kle­in­sten Samen die prächtig­sten Pflanzen.

Bernadette Bernasconi
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