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Säen im Winter
Noch ist es kalt, die Erde gefroren, zu früh, um zu säen. Viele kennen die Sehnsucht, wieder draussen zu wirken. Schauen, was schon spriesst, Abgestorbenes vom letzten Jahr zurückschneiden, Kompost verteilen. Glücklich, wer einen Garten hat oder ein paar Pflanztöpfe. An vielen Orten stellt die Kirche Land zur Verfügung. Pfarreigärten ganz unterschiedlicher Art sind entstanden mit Gemüse, Blumen, Beeren, Sträuchern und Bäumen. Manchmal wird nicht nur für private Bedürfnisse geerntet. Mit den Blumen wird die Kirche geschmückt, Kürbisse werden für den Suppentag zubereitet. Gärten helfen, Gemeinschaft zu schaffen. Gastfreundschaft auch für Insekten und Vögel, die Nahrung finden, weil darauf geachtet wird, die Umgebung naturnah zu gestalten. Da ist viel Gutes entstanden.
Dass die Saat aufgeht, auch im übertragenen Sinn, ist eine tiefe Sehnsucht, die wir in uns tragen. Es gibt Momente im Leben, in denen uns das besonders bewusst ist. Bei Abschieden, zu Beginn von etwas Neuem. Bei mir ist es die bevorstehende Pensionierung. Mit vielen Menschen unterwegs sein zu dürfen, war spannend und herausfordernd, ein grosses Geschenk. Der Dialog auf Augenhöhe bereitet den Boden. So können Begabungen, Bedürfnisse und Ansichten zu Samen werden. Das Leben bleibt spannend: Nicht jeder Samen geht auf, und manchmal werden aus den kleinsten Samen die prächtigsten Pflanzen.