Aargauer Landeskirchen an der Hochzeitsmesse Lenzburg

Aargauer Landeskirchen an der Hochzeitsmesse Lenzburg

  • Zum sech­sten Mal fand in Lenzburg im Müller­haus die Hochzeit­sex­po statt. Was 2014 klein begann, bietet mit­tler­weile einen bre­it­en Überblick ver­schieden­er Anbi­eter im Kon­text der Hochzeits­feier.
  • Seit 2015 sind auch die Aar­gauer Lan­deskirchen mit einem öku­menis­chen Info­s­tand unter dem Mot­to «Kirch­lich heirat­en, himm­lisch schön» vertreten.
  • Im Inter­view (siehe Zusatzbeitrag) erzählt Peter Micha­lik, Erwach­se­nen­bild­ner von Bil­dung und Prop­stei, von seinen Erfahrun­gen an der Hochzeit­sex­po.
 Draussen weiss- und rosa­far­bene Bal­lons, zu Herzen arrang­iert, ein rot­er Fer­rari mit Blu­men­bou­quet auf der Haube, langstielige Rosen am Git­ter des Trep­pe­nauf­gangs zum Müller­haus. Im Inneren des ansprechen­den alten Gebäudes find­et sich vom Keller bis in den ersten Stock alles, was sich heiratswillige Paare rund um die Hochzeit erträu­men kön­nen. In Lenzburg ist Hochzeit­sex­po.

Hochstehend, aber herzlich

«2014 hat Herr Frey die Hochzeitsmesse in Lenzburg ins Leben gerufen. Damals nur mit weni­gen Ausstellern, so dass im Keller eine Hochzeitsmod­en­schau stat­tfind­en kon­nte», erin­nert sich Evelin Amsler, Inhab­erin des Bas­tel-Huus in Aarau und Mitor­gan­isatorin der Hochzeit­sex­po. Neben ihr ste­ht besagter Grün­der Roland Frey, der in Sachen Schmuck, genauer Part­nerringe, an der Hochzeitsmesse vertreten ist: «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir ein hochste­hen­des und über­re­gionales Ange­bot bieten wollen. Unter den Ausstellern ist die Hochzeit­sex­po mit­tler­weile so beliebt, dass sie uns langfristig in ihren Ter­minkalen­der ein­pla­nen». Evelin Amsler betont, es sei ihnen wichtig, dass die Messe auch boden­ständig und her­zlich wahrgenom­men werde: «Die Men­schen kön­nen hier mit den Ausstellern in Ruhe sprechen. Der direk­te Kon­takt und das Gespräch haben Pri­or­ität».

Kirchliche Trauung als Ausnahme

Von über­all aus der Schweiz kom­men die Besuch­er und flanieren durch die Räume. So auch das zukün­ftige Ehep­aar Stuc­ki. Im Keller lassen sie sich von ein­er Cater­ing­fir­ma zeigen, was möglich ist; appeti­tliche Obst­spiesse, Kleinge­bäck und Währschaftes sprechen die Sinne an. Herr und Frau Stuc­ki wer­den ihre Hochzeit im Okto­ber feiern. Sie leben im Kan­ton Zürich, doch Frau Stuc­ki stammt aus dem Aar­gau – geheiratet wird dort. Sie lassen sich durch die Räume treiben und gelan­gen auch an den Stand der Aar­gauer Lan­deskirchen.Dort geht es – so erk­lärt Frank Worbs, Leit­er Kom­mu­nika­tion der Reformierten Lan­deskirche – weniger um Beratung und «Ver­tragsab­schlüsse», als darum, über­haupt präsent zu sein. «Junge Paare kom­men oft­mals nicht ein­mal mehr auf die Idee, dass es eine Möglichkeit wäre, kirch­lich zu heirat­en. Da nehmen wir sehr deut­lich einen Tra­di­tion­s­ab­bruch wahr», meint Frank Worbs. Das zukün­ftige Ehep­aar Stuc­ki ist da vielle­icht eine Aus­nahme: «Wir sind katholisch, und dass wir kirch­lich heirat­en, stand nie zur Diskus­sion», sagt er, denn Ehe und Eheschlies­sung seien mehr als ein Ver­wal­tungsakt. Gerne nimmt das Paar die Broschüre der Lan­deskirchen «Kirch­lich heirat­en – himm­lisch schön» ent­ge­gen und unter­hält sich kurz mit Beat Nieder­berg­er, Seel­sorg­er und Pas­toral­raum­leit­er des Pas­toral­raumes Region Aarau.

Die Kirche bringt sich in Spiel

Der katholis­che Seel­sorg­er Beat Nieder­berg­er hat für seine Pfar­rge­meinde Heilige Fam­i­lie Schöft­land eine Trau­voll­macht und lange Erfahrung mit dem The­ma. Darauf ange­sprochen, dass sich das Ehev­er­ständ­nis in der reformierten Kirche ein­er­seits von der katholis­chen und auch christkatholis­chen Auf­fas­sung der Ehe unter­schei­det, entspin­nt sich am Lan­deskirchen­stand eine angeregte Diskus­sion zwis­chen Frank Worbs, Beat Nieder­berg­er und der Pfar­rerin Esther Graf. «Die Paare, die zu mir kom­men, wis­sen, worum es geht. Doch die Trau­un­gen mit kirch­lichem Bezug nehmen grund­sät­zlich ab», sagt Beat Nieder­berg­er.Die Fra­gen, da sind sich die drei Kirchen­leute einig, stell­ten sich weniger im Bere­ich des ver­schiede­nen Ehev­er­ständ­nis‘, als bei anderen The­men. Welche Sprache sprechen die Kirchen beispiel­sweise mit den Men­schen? Frank Worbs weiss, dass Trau­un­gen gele­gentlich noch in litur­gis­chen Formeln in ein­er heute unver­ständlichen Sprache gestal­tet wer­den. Das müsse sich ändern. Mit der Broschüre «Kirch­lich heirat­en – Himm­lisch schön» und ihrer Präsenz an der Hochzeit­sex­po gehen die Lan­deskirchen einen Schritt auf diesem Weg und zeigen, dass die Kirchen etwas zeit­gemäss­es anzu­bi­eten haben zu den The­men des Lebens. Ganz neu, seit Jan­u­ar, brin­gen sich die Kirchen auch zum The­ma Geburt und Taufe ins Spiel. Den bekan­nten Mama­paketen, die während der Schwanger­schaft im Kan­ton ver­schickt wer­den, liegt eine entsprechende Broschüre der Lan­deskirchen bei.
Anne Burgmer
mehr zum Autor
nach
soben