«Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen»

«Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen»

  • Vom 18. bis 25. Jan­u­ar 2019 bege­hen die Kirchen die Gebetswoche für die Ein­heit der Chris­ten
  • Im Jahr 2019 stam­men die The­men aus Indone­sien.
Seit 1968 wird jährlich die Gebetswoche für die Ein­heit der Chris­ten durchge­führt. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1910 zurück. Vor­bere­it­et wird die Gebetswoche vom Päp­stlichen Rat zur Förderung der Ein­heit der Chris­ten und von der Kom­mis­sion Glaube und Kirchen­ver­fas­sung vom Öku­menis­chen Rat der Kirchen. In der Schweiz stellt die Arbeits­ge­mein­schaft christlich­er Kirchen in der Schweiz (agck) die Unter­la­gen zur Ver­fü­gung.

Indonesien – Einheit in Vielfalt

Jedes Jahr wer­den die Texte von ein­er anderen Region der Welt ver­fasst. Für 2019 wur­den die Unter­la­gen von ein­er öku­menis­chen Arbeits­gruppe aus Indone­sien vor­bere­it­et. Die Arbeits­gruppe hat die Worte aus dem Buch Deuteronomi­um «Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nach­ja­gen» (Dtn 16,20a) als Leitidee für die diesjährige Woche gewählt.Das Staatsmot­to Indone­siens lautet «Bhine­ka Tung­gal Ika» – Ein­heit in Vielfalt: Auf über 17 000 Inseln leben 1340 eth­nis­che Grup­pen, die mehr als 740 Region­al­sprachen sprechen. Nur zehn Prozent der 265 Mil­lio­nen Men­schen in Indone­sien gehören ein­er christlichen Kirche an. Doch damit sind die Chris­ten die zweit­grösste religiöse Gruppe im bevölkerungsre­ich­sten islamis­chen Staat der Welt. Die Protes­tanten stellen in zwei, die Katho­liken in ein­er Prov­inz Indone­siens die Bevölkerungsmehrheit. Bei­de gehören zu den vom Staat anerkan­nten Reli­gion­s­ge­mein­schaften.

Gegen Strukturen des Unrechts

Aktuell ist die Ein­heit des Lan­des bedro­ht. Kor­rup­tion und Ungerechtigkeit machen den Men­schen in Indone­sien zu schaf­fen. Die Kluft zwis­chen Arm und Reich wird immer gröss­er. Der Wohl­stand bes­timmter eth­nis­ch­er und religiös­er Grup­pen ver­schärft die Span­nun­gen.In diesem Umfeld wer­den sich die Kirchen in Indone­sien ihrer «Ein­heit in Vielfalt» wieder neu bewusst. Das alttes­ta­mentliche Bibel­wort «Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nach­ja­gen» ist für sie eine aktuelle Mah­nung, die nicht nur auf die Sit­u­a­tion in Indone­sien zutrifft. So wie die indone­sis­che Gesellschaft lei­den auch die Kirchen unter dem Unrecht. Miteinan­der reflek­tieren sie ins­beson­dere, welche innerkirch­lichen und zwis­chenkirch­lichen Struk­turen des Unrechts ihre Ein­heit ver­hin­dern.

Zahlreiche Gemeinden beteiligen sich

In der Gebetswoche für die Ein­heit der Chris­ten wird die lebenswichtige Bedeu­tung der Ein­heit her­vorge­hoben: Ein­heit wächst, wo für began­ge­nes Unrecht Busse getan und gemein­sam der Gerechtigkeit «nachge­jagt» wird.Viele Gemein­den in der Schweiz laden in der Gebetswoche zu öku­menis­chen Gottes­di­en­sten und Gebet­szeit­en ein. Sie set­zen Zeichen der Ein­heit, mit gegen­seit­i­gen Ein­ladun­gen, gemein­samen Anlässen und gemein­samem Gebet mit ein­er ein­stim­mi­gen Für­bitte.Ob Ihre Aar­gauer Pfar­rge­meinde eben­falls Gebete zur Ein­heit der Chris­ten anbi­etet, ent­nehmen Sie Ihrem Pfar­rblatt oder online dem entsprechen­den Pfar­reien­feed.
Anne Burgmer
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