
© Bistum Basel
Bomas Rosenkranz
Da ich in Luxemburg geboren und aufgewachsen bin, ist es kein Wunder, dass ich ein grosser Verehrer der Muttergottes bin. In Luxemburg bekommt man die Marienfrömmigkeit quasi in die Wiege gelegt.
Ich bin überzeugt, dass meine Grossmutter viel zu meiner religiösen Sozialisation beigetragen hat, nicht durch grosse Worte, viel mehr durch ihr stilles Glaubenszeugnis. Wenn ich an sie zurückdenke, dann sehe ich sie nach getaner Arbeit in ihrer Kittelschürze im Wohnzimmer strickend, still für sich den Rosenkranz betend. Oftmals ist sie während dem Gebet eingeschlafen – als Kind fand ich das lustig. Heute verstehe ich darunter ein grosses Gottvertrauen meiner «Boma», welches ihr ermöglichte, von allem, was sie beschäftigte, loszulassen und beruhigt einzuschlafen. Als man sie eines Tages tot in ihrem Bett fand, hielt sie den Rosenkranz in ihren Händen.
Der Monat Oktober ist in besonderer Weise dem Rosenkranzgebet geweiht. Auch heute noch ist die Muttergottes für viele Menschen Quelle des Trostes, der Hoffnung und des Gottvertrauens. Das Rosenkranzgebet ist und bleibt durch alle Generationen hindurch eine Kraftquelle. Im meditativen Rhythmus der vielen Wiederholungen darf man zur Ruhe kommen, auch und gerade in unserer hektischen und gestressten Zeit. Heilige Maria, bitte für uns!