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Hartnäckig
Vor der zweiten Sitzung der Weltsynode im Frühjahr 2024 schenkte mir der Künstler Ralf Knoblauch eine seiner Königsfiguren, stellvertretend für die Frauen, die erstmals in einer Bischofssynode mitbestimmen durften. Die Königin in ihrem weissen Taufkleid ist eine Botschafterin für die Würde der Frauen in der katholischen Kirche, auf die die Synode in ihren Dokumenten mehrfach hinweist. Die Königin begleitet mich nun an Veranstaltungen zur Weltsynode, als Zeichen, dass die gleiche Würde aller Getauften auch gleiche Rechte verlangt. Vor der Weltsynode durfte ich an einer Pressekonferenz im Vatikan vorstellen, wie die Synode in der Schweiz vorbereitet wurde. Die fehlende Gleichberechtigung war im Schweizer Bericht zentral. Die Erfahrungen von Frauen in Gemeindeleitung, die Gottesdienste feiern, predigen und Sakramente spenden, fanden unter den Presseleuten grosses Interesse. Es kam mir vor, als wären sie froh, dass der “Elefant im Raum” angesprochen wurde.
Vor meiner Reise hatte mein damals 93-jähriger Schwiegervater gemeint, dass er die Diskriminierung der Frauen in der katholischen Kirche schon lange für überholt halte. Ich erwähnte dies im Gespräch mit Medienschaffenden, die von ähnlichen Aussagen aus anderen Ländern berichteten. Es ist höchste Zeit, dass die Kirche die Spielregeln für die Frauen ändert. Vor 10 Jahren trug die Pilgergruppe von «Kirche mit* den Frauen» die Forderung der Gleichberechtigung von Sankt Gallen nach Rom. Zur selben Zeit wurde im Vatikan die Gleichstellungsinitiative der Kantonalkirchen BS/BL präsentiert. Es bleibt wichtig, das Anliegen hartnäckig weiterzuverfolgen, denn es basiert auf der Taufe, die allen die gleiche Würde zuspricht.