Hartnäckig
Helena Jeppesen-Spuhler, Vertreterin der Schweiz an der Weltsynode in Rom 2023/24
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Hartnäckig

Vor der zweit­en Sitzung der Welt­syn­ode im Früh­jahr 2024 schenk­te mir der Kün­stler Ralf Knoblauch eine sein­er Königs­fig­uren, stel­lvertre­tend für die Frauen, die erst­mals in ein­er Bischof­ssyn­ode mitbes­tim­men durften. Die Köni­gin in ihrem weis­sen Taufk­leid ist eine Botschaf­terin für die Würde der Frauen in der katholis­chen Kirche, auf die die Syn­ode in ihren Doku­menten mehrfach hin­weist. Die Köni­gin begleit­et mich nun an Ver­anstal­tun­gen zur Welt­syn­ode, als Zeichen, dass die gle­iche Würde aller Getauften auch gle­iche Rechte ver­langt. Vor der Welt­syn­ode durfte ich an ein­er Pressekon­ferenz im Vatikan vorstellen, wie die Syn­ode in der Schweiz vor­bere­it­et wurde. Die fehlende Gle­ich­berech­ti­gung war im Schweiz­er Bericht zen­tral. Die Erfahrun­gen von Frauen in Gemein­deleitung, die Gottes­di­en­ste feiern, predi­gen und Sakra­mente spenden, fan­den unter den Pres­se­leuten gross­es Inter­esse. Es kam mir vor, als wären sie froh, dass der “Ele­fant im Raum” ange­sprochen wurde.

Vor mein­er Reise hat­te mein damals 93-jähriger Schwiegervater gemeint, dass er die Diskri­m­inierung der Frauen in der katholis­chen Kirche schon lange für über­holt halte. Ich erwäh­nte dies im Gespräch mit Medi­en­schaf­fend­en, die von ähn­lichen Aus­sagen aus anderen Län­dern berichteten. Es ist höch­ste Zeit, dass die Kirche die Spiel­regeln für die Frauen ändert. Vor 10 Jahren trug die Pil­ger­gruppe von «Kirche mit* den Frauen» die Forderung der Gle­ich­berech­ti­gung von Sankt Gallen nach Rom. Zur sel­ben Zeit wurde im Vatikan die Gle­ich­stel­lungsini­tia­tive der Kan­ton­alkirchen BS/BL präsen­tiert. Es bleibt wichtig, das Anliegen hart­näck­ig weit­erzu­ver­fol­gen, denn es basiert auf der Taufe, die allen die gle­iche Würde zus­pricht.

Marie-Christine Andres Schürch
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