«Vertrau mir, ich bin da»

«Vertrau mir, ich bin da»

  • 43 Kinder haben in der Pfar­rei Muri am Son­ntag, 7. April, ihre Erstkom­mu­nion gefeiert.
  • Die Erstkom­mu­nikan­tinnen und Erstkom­mu­nikan­ten standen ganz im Zen­trum der Feier und durften sie selb­st mit­gestal­ten.
  • Ayla und Moritz erzählen im Inter­view, dass sie sehr nervös waren und was sie dage­gen unter­nom­men haben.

«Noch zwei Minuten», sagt Ire­na Bobas. 43 Erstkom­mu­nion-Kinder warten vor der Pfar­rkirche Muri ges­pan­nt auf den Einzug. Die Kat­e­chetin und ihre Kol­le­gin Andrea Huwyler haben die ges­pan­nte Schar während langer Zeit auf den grossen Auftritt vor­bere­it­ete. Nun ist es soweit: Feier­lich ziehen die Kinder in ihren weis­sen Klei­dern in die Kirche ein. Sie ist bis auf den let­zten Platz beset­zt.

Die Geschichte von Petrus

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Pfar­reiseel­sorg­erin Jes­si­ca Zemp begrüsst die vie­len Fam­i­lien zusam­men mit eini­gen Erstkom­mu­nikan­tinnen und Erstkom­mu­nikan­ten in ver­schiede­nen Sprachen. «Ver­trau mir, ich bin da» ist das The­ma dieser Erstkom­mu­nion. Die Geschichte von Petrus, die Jes­si­ca Zemp als Evan­geli­um vor­li­est, macht deut­lich, worum es geht: Petrus gerät mit anderen Jüngern auf dem See Genezareth in einen Sturm. Die verängstigten Fis­ch­er wer­den vom Wind hin und her geschleud­ert und ver­lieren die Kon­trolle über ihr Boot. Plöt­zlich machen sie eine Gestalt aus, die über dem Wass­er schwebt. Sie fürcht­en sich vor dem ver­meintlichen Seegeist.

Ayla und Moritz erzählen von ihrem grossen Tag

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Die Erstkom­mu­nikan­tin Ayla Fis­ch­er erzählt, wie nervös sie war, beson­ders wegen des Vor­lesens der Für­bitte, die sie gemein­sam im Reli­gion­sun­ter­richt vor­bere­it­et hat­ten. Ayla hat für die Kinder um Gottes Hil­fe gebeten, die krank und arm sind und die nicht in die Schule gehen kön­nen. Gegen die Ner­vosität habe sie immer wieder tief durchgeat­met, aber genützt hätte es nicht viel. Die Blu­men für ihr Haarkränzchen hat sie selb­st ausle­sen dür­fen. Ihre Wahl fiel auf lachs­far­bene Röschen.

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Der Erstkom­mu­nikant Moritz Frey berichtet, dass die Vor­bere­itun­gen für die Erstkom­mu­nion seit Beginn der drit­ten Klasse dauerten. Dabei hät­ten sie viele Lieder geübt und über die Bedeu­tung der Erstkom­mu­nion gesprochen. Moritz hat während der Messe auch eine Für­bitte vorge­le­sen, die er aber auswendig kann, was er beweist, indem er sie vorträgt. Er sei deswe­gen so nervös gewe­sen, dass er kaum geschlafen habe. Als er die Hostie emp­fan­gen habe, habe er ver­sucht mit Gott zu sprechen. Das habe – so glaube er – gut funk­tion­iert.

Vertrauen ist schön und schwierig

Dann gibt sich Jesus seinen Jüngern zu erken­nen. «Habt Ver­trauen, ich bin es doch», sagt er den erschreck­ten Män­nern im Boot. Petrus will sich bei Jesus in Sicher­heit brin­gen und geht übers Wass­er zu ihm. Als ein erneuter Wind­stoss den Apos­tel trifft, packt ihn sofort wieder die Angst und er fällt ins Wass­er. Zum Glück zieht Jesus den Unglück­lichen rasch aus den Wellen.

Jes­si­ca Zemp dreht sich für die Predigt zu den Kindern, die im Chor­raum der Kirche auf Stühlen sitzen. Sie spricht über Ver­trauen, das ein schönes, aber auch schwieriges Gefühl sei, weil wir nie im Vorn­here­in wis­sen kön­nen, wie es am Ende her­auskommt. Die Kinder hät­ten das schon oft erlebt etwa bei einem Gewit­ter, bei ein­er Prü­fung oder bei ein­er Krankheit. Im Leben werde es viele Sit­u­a­tio­nen geben, die Angst machen, sagt die Pfar­reiseel­sorg­erin den Kindern. Aber sie kön­nten immer darauf ver­trauen – auch in den schwierig­sten Momenten – dass Jesus für sie da sei, so wie in der Geschichte mit Petrus.

Ein unvergesslicher Tag

Nun ist der Moment gekom­men, in dem die Kinder zum ersten Mal die Heilige Kom­mu­nion emp­fan­gen dür­fen. In zwei Rei­hen ste­hen sie im Kirchen­schiff zwis­chen den Sitzbänken inmit­ten ihrer Eltern, Geschwis­ter, Grossel­tern, Göt­ti, Got­ti und Fre­unde vor dem Altar, wo sie von Pfar­rer Julius Dsouza die Kom­mu­nion emp­fan­gen wer­den. Die Mäd­chen und Buben bekom­men auch ein geseg­netes Holzkreuz, das sie immer an diesen Tag erin­nern soll. Auch die Lieder der Klosterspatzen Muri, das Orgel­spiel, die fes­tliche Deko­ra­tion und die vie­len Fotos, die an diesem Tag geschossen wer­den, machen diesen Tag unvergesslich.

Nach der Messe ste­hen die Kinder auf der Treppe vor der Kirche. Ire­na Bobas ord­net die freudig zap­pel­nden Kinder, die nun zu ihren Eltern wollen, fürs Grup­pen­fo­to. Die Kat­e­chetin ist zufrieden mit der Feier. Die strahlen­den Kinder­gesichter und die vie­len schö­nen Rück­mel­dun­gen der Eltern macht­en die Erstkom­mu­nion für sie zu einem gelun­genen Ereig­nis, erzählt sie später am Apéro, zu dem alle ein­ge­laden sind.

Auch Pfar­reiseel­sorg­erin Jes­si­ca Zemp ist sichtlich zufrieden nach der Messe. Bei der Gestal­tung der Feier sei ihr wichtig gewe­sen, dass die Kinder spürten, wie nahe ihnen Jesus sei. Dass die Kinder beim Emp­fan­gen der Kom­mu­nion einen bewussten Moment hät­ten, in dem sie wis­sen, dass Jesus ihnen jet­zt begeg­ne.

Fototermin

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Eva Meienberg
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