Im Licht der Auferstehung
In vielen Pfarreien haben Osterfeuer lange Tradition. So auch im Kirchenzentrum Brugg-Nord in Riniken, wo die Osternachtsfeier am Samstag um 21.30 Uhr am Feuer beginnt.
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Im Licht der Auferstehung

Die Osternacht ist ​der Höhepunkt des Kirchenjahrs

Die Lichtfeier in der Osternacht symbolisiert, dass das Licht stärker ist als die Dunkelheit und dass das Leben den Tod überwindet.


Eines der bedeu­tend­sten Güter der Men­schheit ist das Feuer, weil es Licht und Wärme spendet. Ohne das Feuer war für unsere Vor­fahren das Über­leben nur schw­er möglich, es hat die men­schliche Kul­tur erst möglich gemacht. Seit dem Alter­tum galt das Sym­bol des Feuers als etwas Heiliges. So hat­ten bere­its die römis­chen Pries­terin­nen die Auf­gabe, niemals das heilige Feuer erlöschen zu lassen. Im Laufe der Chris­tian­isierung Europas, also über viele Jahrhun­derte hin­weg, fand eine Ver­mis­chung vorchristlich­er Feuer­rituale mit christlichen Gebräuchen statt, und so wurde das Oster­feuer Teil der christlichen Oster­tra­di­tion.

Nach Sonnenuntergang

Die Feier von Ostern begin­nt bere­its in der Nacht von Sam­stag auf Son­ntag. Die Oster­nacht ist der Höhep­unkt der Ostertage und des Kirchen­jahres. Die Oster­nachts­feier begin­nt nach Son­nenun­ter­gang meis­tens draussen vor der Kirche, wo das Oster­feuer angezün­det wird. Oster­feuer haben in vie­len Pfar­reien eine lange Tra­di­tion. Das Feuer sym­bol­isiert das Licht unseres Glaubens, den aufer­weck­ten Chris­tus.

Das Feuer wird geseg­net, dann wird an ihm die Osterk­erze entzün­det. In ein­er feier­lichen Prozes­sion tra­gen Gemein­deleitung und Gläu­bige die Kerze in die noch dun­kle Kirche. Es ist ein­er der ein­drück­lich­sten Momente im Kirchen­jahr. Beim Betreten der Kirche ertönt drei Mal der Ruf «Lumen Christi» – «Licht Christi». Die Gläu­bi­gen antworten darauf dreimal mit «Deo gra­tias» – «Dank sei Gott». Danach wird die Osterk­erze im Altar­raum neben den Ambo gestellt. Von der Osterk­erze aus­ge­hend wird das Licht an die Mit­feiern­den weit­ergegeben, die kleine Kerzen entzün­den. Es fol­gt das feier­lich gesun­gene Oster­lob, das «Exsul­tet».

50 Tage der Osterzeit

In der Oster­nachts­feier wird tra­di­tionell auch das Taufwass­er gewei­ht und – wenn es solche gibt – Tauf­be­wer­ber getauft. Auch die restlichen Gläu­bi­gen erneuern ihr Taufver­sprechen und wer­den mit dem Taufwass­er besprengt. Mit der Oster­nacht begin­nen die 50 Tage der Osterzeit. Der Oster­festkreis zieht sich bis zum Pfin­gst­fest.

Marie-Christine Andres Schürch
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