Schweizer Bischöfe mahnen zu Solidarität und Respekt in Migrationsdebatte
Die Schweizer Bischofskonferenz anlässlich ihrer 350. Ordentliche Versammlung im Dezember 2025 in Visp
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Schweizer Bischöfe mahnen zu Solidarität und Respekt in Migrationsdebatte

Im Vorfeld der Abstimmung über die Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» erinnert die Schweizer Bischofskonferenz an zentrale Prinzipien der katholischen Soziallehre. Im Mittelpunkt stehen Menschenwürde, gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine respektvolle Debattenkultur.

Die Schweiz­er Bischof­skon­ferenz hat sich zur aktuellen Diskus­sion über Bevölkerungsen­twick­lung, Migra­tion und Gemein­wohl geäussert. Anlass ist die eid­genös­sis­che Abstim­mung über die soge­nan­nte Nach­haltigkeitsini­tia­tive vom 14. Juni 2026.

Die Bis­chöfe beto­nen, dass bei gesellschaftlichen und poli­tis­chen Debat­ten Grundw­erte des Zusam­men­lebens berück­sichtigt wer­den müssten. Ori­en­tierung böten dabei die Prinzip­i­en der katholis­chen Soziallehre, die der Gewis­sens­bil­dung dienen sollen.

Bezug nimmt die Bischof­skon­ferenz unter anderem auf die Enzyk­li­ka Fratel­li tut­ti von Papst Franziskus. Darin werde zu Sol­i­dar­ität, sozialer Fre­und­schaft und ein­er «Kul­tur der Begeg­nung» aufgerufen.

Im Zen­trum ste­he die unan­tast­bare Würde jedes Men­schen. Poli­tis­che Entschei­dun­gen müssten ins­beson­dere ver­let­zliche Per­so­n­en schützen und dürften keine pauschalen Verurteilun­gen fördern.

Zum Gemein­wohl gehörten laut der Mit­teilung unter anderem bezahlbar­er Wohn­raum, funk­tion­ierende Infra­struk­turen, Bil­dung, Gesund­heitsver­sorgung, Sicher­heit und soziale Kohä­sion. Lösun­gen müssten wirk­sam, ver­hält­nis­mäs­sig und respek­tvoll sein. Auch mögliche Neben­fol­gen seien mitzu­denken.

Die Bischof­skon­ferenz fordert zudem einen fairen und men­schen­würdi­gen Umgang mit Men­schen in schwieri­gen Lebenssi­t­u­a­tio­nen. Äng­ste in der Bevölkerung müssten ernst genom­men wer­den, ohne Aus­gren­zung zu fördern. Eben­so sei der Schutz von Ehe und Fam­i­lie ein hohes Gut; unnötige Fam­i­lien­tren­nun­gen wider­sprächen sozialer Ver­ant­wor­tung.

Abschliessend ruft die Schweiz­er Bischof­skon­ferenz dazu auf, sich umfassend zu informieren, sorgfältig abzuwä­gen und respek­tvoll im Gespräch zu bleiben. Der christliche Glaube ermutige dazu, Brück­en zu bauen und Hoff­nung auf ein gerecht­es und friedlich­es Zusam­men­leben zu stärken.

Redaktion Lichtblick
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