Was Menschen verbindet

Was Menschen verbindet

Unter dem Leitgedanken der Ver­bun­den­heit begann die Bun­des­feier mit einem öku­menis­chen Gottes­di­enst. Die katholis­che Seel­sorg­erin Cor­du­la Napier­aj und der reformierte Pfar­rer Stephan Den­zler rück­ten den Wert der Gemein­schaft in den Mit­telpunkt. Die Seel­sorg­erin ver­an­schaulichte mit der Geschichte vom Bün­del Stäbe, wie Zusam­men­halt und gegen­seit­ige Wertschätzung Men­schen stärken. Der reformierte Pfar­rer ging der Frage nach, was die Schweiz verbindet. Er erin­nerte an die Entste­hung des Schweiz­erp­salms und an gemein­same Werte, die Men­schen über sprach­liche, kul­turelle und kon­fes­sionelle Gren­zen hin­weg zusam­men­führen.

Den Schw­er­punkt der Feier set­zte Lukas Keller, Stiftungsrat­spräsi­dent der Stiftung Dop­peltür. Er lud dazu ein, die kul­turellen Beson­der­heit­en der vier Surb­taler Gemein­den Tegerfelden, Schneisin­gen, Endin­gen und Leng­nau bewusster wahrzunehmen. Oft schweife der Blick in die Ferne, obwohl das Wertvolle direkt vor der eige­nen Haustüre liege. Frei­heit bedeute mehr als poli­tis­che Unab­hängigkeit, sagte Keller. Sie ermögliche freies Denken, Dia­log und gegen­seit­i­gen Respekt. Gemein­schaft entste­he dort, wo Men­schen einan­der zuhören und unter­schiedliche Sichtweisen als Bere­icherung ver­ste­hen. Am Beispiel des jüdisch-christlichen Zusam­men­lebens im Surb­tal und der Dop­peltürhäuser zeigte er, wie Respekt und Dia­log schon früher Brück­en zwis­chen Men­schen baut­en. Mit dem Begeg­nungszen­trum Dop­peltür, das 2028 eröffnet wer­den soll, möchte die Stiftung dieses kul­turelle Erbe bewahren und weit­ergeben.

Mit einem jüdis­chen Witz schloss Lukas Keller seine Ansprache. Ein katholis­ch­er Pfar­rer sagt zu seinem Rab­bin­er-Kol­le­gen: «Lieber Kol­lege, ich kenne Sie nun schon so lange und würde Sie gerne ein­mal zu einem safti­gen Schweinssteak ein­laden. Wann wäre das möglich?» Der Rab­bin­er antwortet schmun­zel­nd: «An Ihrer Hochzeit, Hochwür­den.»  Mit herzhaftem Gelächter endete eine Bun­des­feier, die ein­drück­lich zeigte, was Gemein­schaft trägt: Respekt, Offen­heit, Dia­log – und die Fähigkeit, einan­der mit einem Augen­zwinkern zu begeg­nen.


Irène Brun­ner

Fotos: Irène Brun­ner
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