
Was ist das für eine Kirche?
Münster, Basilika, Kathedrale oder Kapelle – habt ihr den Überblick? Falls nicht, kommt hier eine Erklärung, wann eine Kirche wie genannt wird.

Münster
Hier hilft der Blick auf die Wortherkunft: Das Wort leitet sich vom lateinischen Begriff «monasterum» ab, was auf Deutsch Kloster bedeutet. Münster waren zu Beginn also die Kirchen von Klöstern. Allerdings veränderte sich die Bedeutung des Wortes im Mittelalter und es wurde zunehmend als Synonym für eine Grosskirche gebraucht. Die Bezeichnung verrät uns heute also nicht mehr zuverlässig, ob an diesem Ort früher einmal ein Kloster stand.
| Auf dem Bild ist das Basler Münster zu sehen. © Wikimedia Commons

Kathedrale
Bei diesem Begriff geht es mit Altgriechisch los. Er stammt vom Wort kathédra, deutsch Sitz oder Sessel ab. Mit ihm wird deutlich gemacht, dass in dieser Kirche ein Bischof seinen Sitz hat. In unserem Bistum Basel, hat der Bischof seinen Sitz in Solothurn, in der St. Ursen-Kathedrale.
| Die sehen wir auf diesem Bild. © Archiv Lichtblick

Basilika
Auch dieser Begriff kommt aus dem Altgriechischen und leitet sich vom Wort basilikä stoá ab, was übersetzt Königshalle bedeutet. Ursprünglich bezeichnete der Name grosse, prächtige Gebäude, die als Gericht und Markthalle genutzt wurden. In der katholischen Tradition hat der Begriff heute zwei Bedeutungen. Einerseits ist damit eine bestimmte Bauform von Kirchen gemeint, die sich an der Architektur der Antike orientiert. Eine Basilika hat mindestens drei sogenannte Schiffe. Das mittlere Schiff ist höher als die beiden anderen. Andererseits ist der Begriff aber auch ein von der Bauweise unabhängiger Titel für Kirchen, die eine besondere Bedeutung haben.
Hier unterscheidet man nochmals in Basilica minor und Basilica maior.
Basilica minor
Das bedeutet kleine Basilika. Seit dem 18. Jahrhundert ist das ein Ehrentitel, den der Papst einer besonderen Kirche verleihen kann. Die Verleihung des Titels Basilica minor bezweckt «die Stärkung ihrer Bindung an den Stuhl Petri und ihrer Bedeutung für das Umland» (Lexikon für Theologie und Kirche). Nach der Verleihung des Titels darf die Kirche auf ihren Fahnen die gekreuzten Schlüssel des Papstwappens tragen. Häufig befindet sich ausserdem über einem Portal oder an einer anderen gut sichtbaren Stelle das Wappen des derzeit amtierenden Papstes.
Auch im «Lichtblick»-Gebiet gibt es eine Basilica minor! Seit 1926 trägt die Klosterkirche von Mariastein diesen päpstlichen Ehrentitel.
Basilica maior
Das sind die ranghöchsten Kirchengebäude der römisch-katholischen Kirche. In ihnen gibt es einen Papstthron und einen päpstlichen Altar. Nur der Papst, oder in Ausnahmefällen ein anderer Bischof, darf an diesen Altären Heilige Messen feiern.
| Das Bild zeigt die Basilica Minor von Mariastein. © Archiv Lichtblick

Kapelle
Bei einer Kapelle denken die meisten an ein kleines Kirchlein, vielleicht auf einem Friedhof. Kapellen sind aber auch Beträume in Schlössern oder innerhalb von Kirchen. Ihren Namen hat die Kapelle vom lateinischen Wort «cappa», was kleiner Mantel oder Kapuze bedeutet. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine Reliquie, nämlich den Mantel des heiligen Martin von Tours. Der kleine Raum, in dem der Mantel aufbewahrt und verehrt wurde, übernahm später den Namen des Kleidungsstücks. Daraus entstand die allgemeine Bezeichnung für kleine Bethäuser. Kapellen haben keine Pfarrechte, das heisst, dort können nicht alle kirchlichen Aufgaben einer Pfarrkirche wahrgenommen werden.
| Eine Kapelle bei Blatten, Zermatt © Archiv Lichtblick