Ranfttreffen findet zum letzten Mal statt
Das Ranfttreffen lebt vom Kerzenschein, der in tiefer Nacht die Schlucht erhellt.
Bild: © Jubla Schweiz

Ranfttreffen findet zum letzten Mal statt

Am Wochenende des 20./21.12. fand das traditionelle Jugendttreffen in der Ranftschlucht statt, zum letzten Mal in dieser Form. Grund dafür sind rückläufige Zahlen bei den Teilnehmenden. Das Konzept soll nun überarbeitet werden.

Wer heute um die 60 Jahre alt und kirch­lich sozial­isiert ist, erin­nert sich: Jew­eils am let­zten Woch­enende vor Wei­h­nacht­en macht­en sich abends über 1000 junge Men­schen von den umliegen­den Dör­fern aus zu Fuss auf den Weg in die Ran­ftschlucht unter­halb von Flüeli-Ran­ft (OW). Nach mehrstündi­gem Marsch mit Zwis­chen­hal­ten unter­wegs wurde rund um die untere Ran­ftkapelle draussen bei Kerzen­licht eine Messe gefeiert, bei Wind und Wet­ter, bisweilen im Schnee. Über­müdet ging man anschliessend in den frühen Mor­gen­stun­den zum Früh­stück ins nahe gele­gene Friedens­dorf. 

Eine Feier bei Kerzen­schein schliesst an eine Nacht­wan­derung an. | Bild: © Jubla Schweiz 2022

Das Ran­ft­tr­e­f­fen wurde 1977 von der kirch­lichen Jugen­dor­gan­i­sa­tion «Junge Gemeinde» ins Leben gerufen. Nach deren Auflö­sung über­nahm die Jubla 1997 die Organ­i­sa­tion des Anlass­es. Vor einem Jahr zeich­neten sich Schwierigkeit­en bei der Durch­führung ab: Weil das OK nicht beset­zt wer­den kon­nte, musste das Tre­f­fen aus­fall­en. Am ver­gan­genen Woch­enende (20./21.12.) fand es «in dieser Form» zum let­zten Mal statt, heisst es in der Infor­ma­tions­broschüre für Gruppenleiter:innen. 

Das bish­erige Konzept stösst an Gren­zen, die Teil­nehmenden­zahlen sind rück­läu­fig.

Zwar habe sich das Ran­ft­tr­e­f­fen als «wichtiger Ort der Begeg­nung und des Glaubens etabliert», sagt Bun­de­spräs­es Fabi­en Dätwyler auf Nach­frage. Eine aktuelle Analyse habe jedoch gezeigt, «dass das bish­erige Konzept an Gren­zen stösst, die Teil­nehmenden­zahlen rück­läu­fig sind und immer weniger Jubla-Mit­glieder teil­nehmen.» Tat­säch­lich sei die Zahl zwis­chen 1997 und 2007 von 2‘400 auf knapp unter 1‘000 Per­so­n­en gesunken. In den Jahren seit 2015 verze­ich­nete die Jubla laut Dätwyler weit­ere Rück­gänge bis auf rund 600 Teil­nehmende. Das Grund­konzept sei in den 48 Jahren, seit es das Ran­ft­tr­e­f­fen gibt, nicht über­ar­beit­et wor­den, es habe lediglich punk­tuelle Anpas­sun­gen gegeben. «Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen haben sich jedoch stark verän­dert» , erk­lärt Dätwyler. 

Impres­sion des Ran­ft­tr­e­f­fens 2022. | Bild: © Jubla Schweiz Jubla Schweiz

Aus diesen Grün­den soll nun eine Gruppe aus Ehre­namtlichen das bish­erige For­mat über­prüfen und weit­er­en­twick­eln. Der Grund­satz «Glauben Leben» von Jung­wacht Blau­r­ing bleibe dabei zen­tral, eben­so die Offen­heit für alle, auch externe Teil­nehmende. «Ziel ist es, jun­gen Men­schen weit­er­hin vielfältige und beson­dere Momente zu ermöglichen und Raum zu schaf­fen, um sich mit den grossen Fra­gen des Lebens auseinan­derzuset­zen», so Dätwyler. Damit genü­gend Zeit für die Konzep­tar­beit bleibt, find­et der Anlass 2026 nicht statt. Ab 2027 soll er in neuem For­mat wieder jährlich durchge­führt wer­den.

Auf die Frage, weshalb dies bis­lang nicht öffentlich kom­mu­niziert wurde, ent­geg­net Dätwyler, man habe an der Bun­desver­samm­lung vom Mai 25 die Ver­bandsmit­glieder informiert, auch seien wichtige Part­ner wie die Deutschschweiz­er Ordi­nar­ienkon­ferenz (die Kon­ferenz der Deutschschweiz­er Bistümer) und die Römisch-Katholis­che Zen­tralkon­ferenz (der Dachver­band der Lan­deskirchen) informiert wor­den. Nach Anmelde­schluss seien auch alle Teil­nehmenden informiert wor­den. Eine Medi­en­mit­teilung ist für Mon­tag, 22.12. geplant. 

Dieser Beitrag ist zuerst im pfar­rblatt bern erschienen.

Sylvia Stam
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