
Bild: © Jubla Schweiz
Ranfttreffen findet zum letzten Mal statt
Am Wochenende des 20./21.12. fand das traditionelle Jugendttreffen in der Ranftschlucht statt, zum letzten Mal in dieser Form. Grund dafür sind rückläufige Zahlen bei den Teilnehmenden. Das Konzept soll nun überarbeitet werden.
Wer heute um die 60 Jahre alt und kirchlich sozialisiert ist, erinnert sich: Jeweils am letzten Wochenende vor Weihnachten machten sich abends über 1000 junge Menschen von den umliegenden Dörfern aus zu Fuss auf den Weg in die Ranftschlucht unterhalb von Flüeli-Ranft (OW). Nach mehrstündigem Marsch mit Zwischenhalten unterwegs wurde rund um die untere Ranftkapelle draussen bei Kerzenlicht eine Messe gefeiert, bei Wind und Wetter, bisweilen im Schnee. Übermüdet ging man anschliessend in den frühen Morgenstunden zum Frühstück ins nahe gelegene Friedensdorf.

Das Ranfttreffen wurde 1977 von der kirchlichen Jugendorganisation «Junge Gemeinde» ins Leben gerufen. Nach deren Auflösung übernahm die Jubla 1997 die Organisation des Anlasses. Vor einem Jahr zeichneten sich Schwierigkeiten bei der Durchführung ab: Weil das OK nicht besetzt werden konnte, musste das Treffen ausfallen. Am vergangenen Wochenende (20./21.12.) fand es «in dieser Form» zum letzten Mal statt, heisst es in der Informationsbroschüre für Gruppenleiter:innen.
Das bisherige Konzept stösst an Grenzen, die Teilnehmendenzahlen sind rückläufig.
Zwar habe sich das Ranfttreffen als «wichtiger Ort der Begegnung und des Glaubens etabliert», sagt Bundespräses Fabien Dätwyler auf Nachfrage. Eine aktuelle Analyse habe jedoch gezeigt, «dass das bisherige Konzept an Grenzen stösst, die Teilnehmendenzahlen rückläufig sind und immer weniger Jubla-Mitglieder teilnehmen.» Tatsächlich sei die Zahl zwischen 1997 und 2007 von 2‘400 auf knapp unter 1‘000 Personen gesunken. In den Jahren seit 2015 verzeichnete die Jubla laut Dätwyler weitere Rückgänge bis auf rund 600 Teilnehmende. Das Grundkonzept sei in den 48 Jahren, seit es das Ranfttreffen gibt, nicht überarbeitet worden, es habe lediglich punktuelle Anpassungen gegeben. «Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen haben sich jedoch stark verändert» , erklärt Dätwyler.

Aus diesen Gründen soll nun eine Gruppe aus Ehrenamtlichen das bisherige Format überprüfen und weiterentwickeln. Der Grundsatz «Glauben Leben» von Jungwacht Blauring bleibe dabei zentral, ebenso die Offenheit für alle, auch externe Teilnehmende. «Ziel ist es, jungen Menschen weiterhin vielfältige und besondere Momente zu ermöglichen und Raum zu schaffen, um sich mit den grossen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen», so Dätwyler. Damit genügend Zeit für die Konzeptarbeit bleibt, findet der Anlass 2026 nicht statt. Ab 2027 soll er in neuem Format wieder jährlich durchgeführt werden.
Auf die Frage, weshalb dies bislang nicht öffentlich kommuniziert wurde, entgegnet Dätwyler, man habe an der Bundesversammlung vom Mai 25 die Verbandsmitglieder informiert, auch seien wichtige Partner wie die Deutschschweizer Ordinarienkonferenz (die Konferenz der Deutschschweizer Bistümer) und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (der Dachverband der Landeskirchen) informiert worden. Nach Anmeldeschluss seien auch alle Teilnehmenden informiert worden. Eine Medienmitteilung ist für Montag, 22.12. geplant.
Dieser Beitrag ist zuerst im pfarrblatt bern erschienen.