«Heilige Vielfalt»
Vroni Peterhans: © zVg

«Heilige Vielfalt»

In ihrer Kolumne erzählt Vroni Peterhans, Präsidentin von «oeku–Kirchen für die Umwelt» von ihren Streifzügen durch die Natur und dem Schrecken, den sie ob der schwindenden Artenvielfalt empfindet. Denn die vielen Feste der Kirche zeugen von der Freude über die Üppigkeit der Natur, die den Menschen von Gott anvertraut wurde.

Was kommt Ihnen in den Sinn bei diesem Aus­druck? Vielle­icht die wun­der­bare Üppigkeit unser­er Natur ger­ade jet­zt im Früh­herb­st? Oder die katholis­che Vielfalt unser­er ver­schiede­nen Feiern wie dem Erntedank und Aller Heili­gen? Mit «Heilige Vielfalt – Bio­di­ver­sität» betitelt die oeku – der Vere­in Kirchen für die Umwelt – die diesjährige Schöp­fungszeit. Damit wer­den wir jedes Jahr motiviert, die Schöp­fungszeit in unseren Kirchen zu feiern, fast so wie eine dritte Kirchen­jahreszeit. Darüber freue ich mich als oeku-Präsi­dentin aber auch als engagierte ­Christin mit der ersten Geschichte unser­er Bibel in den Ohren und im Herzen: «So sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wach­sen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tra­gen, und von Bäu­men, die auf der Erde Früchte brin­gen mit ihrem Samen darin. So geschah es.» (Gen 1,11). Diese heilige Vielfalt in der Schöp­fungs­geschichte wurde uns Men­schen zur Sorgfalt aufge­tra­gen.

«Heiliger Bimbam!»

Wenn ich mit offe­nen Augen durch unsere ​Natur schweife, kommt mir ein ähn­lich­er Aus­ruf in den Sinn: «Heiliger Bim­bam!» Das sei ein ­Aus­druck der erstaunten und erschrock­e­nen Betrof­fen­heit, ver­gle­ich­bar mit «ach du Schreck». Ob nun wir Men­schen diesen Aus­druck ver­wen­den, oder eher Gott, angesichts der schwinden­den «­Heili­gen Vielfalt» der uns anver­traut­en ­Schöp­fung? Die diesjährige Schöp­fungszeit kön­nte uns zu notwendi­gen Schrit­ten ­ermuntern und dazu auch ab und zu mal auszu­rufen: Heiliger Bim­bam!

Vroni Peterhans
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