Goldene Hochzeit feiern mit Bischof Felix Gmür

Goldene Hochzeit feiern mit Bischof Felix Gmür

  • Rund 700 Jubi­lar­in­nen und Jubi­lare haben an der Feier in Olten teilgenom­men.
  • Liebe, Ver­trauen, Zusam­men­halt und Durch­hal­tewil­len seien wichtig, sagen die erfahre­nen Eheleute.
  • In der Pfar­rei und im Stadtthe­ater Olten haben die Gäste auf ihr Jubiläum angestossen.

Ida und Josef Lis­ch­er sind zur Gold­e­nen Hochzeit-Feier aus Escholz­matt im Entle­buch nach Olten gereist. Sie seien erstaunt gewe­sen, als sie die per­sön­liche Ein­ladung von Bischof Felix Gmür erhal­ten hät­ten. Zusam­men mit 700 Jubi­lar­in­nen und Jubi­laren sind sie an diesem spät­som­mer­lichen Sam­stag der bis­chöflichen Ein­ladung in die Kirche St. Mar­tin gefol­gt. Um 15 Uhr begann der Fest­gottes­di­enst mit Bischof Felix Gmür und Diakon Math­ias Mütel. Anschliessend waren alle zum Apéro ein­ge­laden. Da die Pfar­reiräume lediglich für 200 Gäste Platz bieten, feierten die restlichen 500 Jubi­lar­in­nen und Jubi­lare im Stadtthe­ater.

[esf_wordpressimage id=45954][/esf_wordpressimage]

Ida Lis­ch­er erin­nert sich, dass ihr vor 50 Jahren die Ausstrahlung von Josef beson­ders gefall­en habe. Bald habe sie gemerkt, dass auch er Gefall­en an ihr fand. Das Paar lernte sich während sein­er Aus­bil­dung in der Psy­chi­a­triepflege ken­nen. Der Funke sei an der Luzern­er Fas­nacht gesprun­gen. Das Paar war auch beru­flich ein Team. Gemein­sam leit­eten sie während 30 Jahren das Alter­sheim in Escholz­matt.

Miteinander sprechen ist der Schlüssel

Dass sie so gut miteinan­der sprechen kön­nten, sei der Schlüs­sel gewe­sen, um auch schwierige Zeit­en in ihrer Ehe zu über­ste­hen. Ida Lis­ch­er würde Neu­ver­mählten rat­en, immer ehrlich miteinan­der zu sein. Die Liebe zueinan­der sei das Aller­wichtig­ste, dazu gehöre die Achtung vor­einan­der, pflichtet Josef Lis­ch­er sein­er Frau bei. Ausser­dem hät­ten sie bei­de den starken Wun­sch gehabt, ihren Kindern diesen Zusam­men­halt vorzuleben.

[esf_wordpressimage id=45956][/esf_wordpressimage]

Ida Lis­ch­er hat der Fest­gottes­di­enst gefall­en. Der Bischof sei sehr sym­pa­thisch gewe­sen und habe die richti­gen Worte gefun­den. Tat­säch­lich trat Bischof Felix Gmür mit dem Mikrophon vor den Altar und richtete sich mit per­sön­lichen Worten an die Fest­ge­meinde. Selb­st den Hund, der sich ab und an zu Wort meldete, hiess der Bischof willkom­men. Als sich die Eheleute vor 50 Jahren das Ja-Wort gegeben hät­ten, sei er ein Erstk­lässler gewe­sen.

Sympathischer Auftritt des Bischofs

Mit der Liebe ver­halte es sich es wie mit den Tal­en­ten, die der Kauf­mann im heuti­gen Evan­geli­um seinen Sklaven anver­traute. Sie zu ver­graben sei keine Lösung. Vielmehr müsse die Liebe gepflegt wer­den, damit sie sich ver­mehre. Gegen­seit­iges Inter­esse, einan­der zuhören und ‑sehen, gemein­same Erleb­nisse und Stre­it gehörten zu ein­er Beziehung. Genau­so wie das gegen­seit­ige Verzei­hen und Ver­söh­nen. Die Men­schen kön­nten einan­der treu sein, weil auch Gott den Men­schen gegenüber treu sei, sagte der Bischof. Er gedachte auch den Paaren, die nicht gemein­sam an der Feier teil­nehmen kön­nten. Seine Gedanken seien auch bei den Men­schen, die einen sex­uellen Miss­brauch erlebt hät­ten im Umfeld der katholis­chen Kirche.

[esf_wordpressimage id=45952][/esf_wordpressimage]

Marlen und Alfons Her­zog sitzen nach dem Gottes­di­enst im Stadtthe­ater Olten und stossen mit einem Glas Rotwein auf ihre 50 Ehe­jahre an. Am 26. Mai 1973 haben sie sich in ihrem Heimat­dorf Wölflinswil im Frick­tal das Jawort gegeben. Als heute die Kan­torin das Ave verum gesun­gen habe, sei sie ganz gerührt gewe­sen, sagt Marlen Her­zog, denn das Stück sei auch an ihrer Hochzeit gesun­gen wor­den.

Vor mehr als 50 Jahren getraute sich Alfons Her­zog seine heutige Frau zu fra­gen, ob sie mit ihm einen Tanzkurs besuchen wolle. Nach 50 Jahren weiss das Ehep­aar, dass man manch­mal ein­fach zusam­men­hal­ten müsse, nicht sofort aufgeben, wenn mal etwas anders läuft, als gewün­scht. Man müsse manch­mal auf Möglichkeit­en verzicht­en, nicht immer das ver­meintlich Beste her­aus­holen auf Kosten der Beziehung, sagt Alfons Her­zog. Das gegen­seit­ige Ver­trauen und die Gewis­sheit, dass man sich auf den anderen ver­lassen könne, seien das Wichtig­ste. Schliesslich hät­ten sie sich das bei der Heirat damals ver­sprochen, sagt Marlen Her­zog und stösst mit ihrem Mann Alfons auf ihr Jubiläum an.

Eva Meienberg
mehr zum Autor
nach
soben