
Fuori
1980, Rom: Die Schriftstellerin Goliarda Sapienza hat eine Haftstrafe wegen Diebstahls abgesessen und sitzt allein in ihrer Wohnung. Das ist die eine Seite von «Fuori»: Ächtung, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit. Die andere führt in die Schwerelosigkeit: Befreiung von Konventionen, Solidarität und Zärtlichkeit. Im Gefängnis entdeckt die Intellektuelle eine zugleich raue und solidarische Frauenwelt – und ein eigenes «fuori».
Wieder draussen streift sie mit den ehemaligen Mitgefangenen Roberta und Barbara durch einen scheinbar ziellosen Sommer in Rom. Leichtigkeit und Dunkelheit liegen dabei stets nah beieinander. Besonders die ungezähmte Roberta fasziniert und verunsichert Goliarda zugleich. Freiheit bedeutet nicht automatisch Glück oder Sicherheit. Mario Martones Film erzählt von einem flüchtigen, intensiven Sommer und verweigert einfache Deutungen. Gerade darin liegt seine Stärke. Gedreht wurde teilweise im Haus der Partisanin Sapienza und im Gefängnis Rebibbia mit Laien-Darstellerinnen.
«Fuori» von Mario Martone; Italien, 2025; Regie: Mario Martone; Besetzung: Valeria Golino, Matilda de Angelis, Elodie; Ab 18. Juni im Kino