
© Roger Wehrli
Fokus auf KI
Peter G. Kirchschläger erklärt in der Kolumne, inwiefern Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika den Weg von Papst Franziskus fortsetzt
Papst Leo XIV. legt in seiner Enzyklika «Magnifica Humanitas» den Fokus auf «KI». Basierend auf meiner Forschung würde ich vorschlagen, «KI» passender als «datenbasierte Systeme (DS)» zu bezeichnen, weil sie keine Intelligenz umfasst. Der jetzige Pontifex identifiziert moralische Chancen und Gefahren von DS – beim gesamten Lebenszyklus von DS: Kritik erfolgt an der Ausbeutung von Menschen und Natur bei der Schürfung der für DS notwendigen Rohstoffe sowie bei der menschenrechtsverletzenden und umweltzerstörerischen Gestaltung, Herstellung und Nutzung von DS. Darüber hinaus konkretisiert Leo XIV. Gegenmassnahmen: Er setzt den Weg von Papst Franziskus fort, der zwei konkrete Handlungsvorschläge aus meiner Forschung – menschenrechtsbasierte DS und die Schaffung einer Internationalen Agentur für datenbasierte Systeme (IDA) bei der UNO zur Durchsetzung der globalen Regulierung für DS – unterstützt hat.
Ebenfalls geht Leo XIV. auf «social media» ein, die aus meiner Sicht besser als «asoziale Medien» zu bezeichnen sind, da sie von Anfang an als Suchtprodukte konzipiert worden sind: Es «sind gesetzgeberische Massnahmen angebracht, um Altersgrenzen festzulegen, um Dienstleister in die Verantwortung zu nehmen. (…) Zugleich ist es nötig, Kinder, Jugendliche und junge Menschen so zu schulen, dass sie lernen, Manipulationen zu erkennen.
Peter G. Kirchschläger ist Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Universität Luzern sowie Gastprofessor an der ETH Zürich