Einheit in der Vielfalt
© Christian Jaeggi

Einheit in der Vielfalt

Katholische Gemeinschaften kommen in Mariastein zusammen

Zum ersten Mal versammelten sich katholische fremdsprachige Gemeinschaften und katholische Gemeinschaften verschiedener Riten aus der ganzen Schweiz zum Tag der Migranten.

Anlässlich des Tages der Migran­tinnen und Migranten hat migra­tio erst­mals alle katholis­chen fremd­sprachi­gen Gemein­schaften sowie katholis­che Gemein­schaften ver­schieden­er Riten in der Schweiz zu ein­er gemein­samen Feier in der Abtei Mari­astein ein­ge­laden. Ziel der Ver­anstal­tung, an der mehr als 700 Men­schen teil­nah­men, war es ins­beson­dere, den kleineren und weniger bekan­nten, aber eben­so lebendi­gen und fröh­lichen Gemein­schaften Sicht­barkeit zu ver­lei­hen und zugle­ich den Reich­tum der katholis­chen Kirche in ihrer sprach­lichen, kul­turellen und tra­di­tionellen Vielfalt zu würdi­gen.

Im Ein­klang mit dem von Papst Leo XIV. für den 112. Welt­tag der Migranten und Flüchtlinge gewählten Mot­to «Auch nur eines dieser Kinder» (Mt 18,5) stand die Aufmerk­samkeit für eben diese Gemein­schaften im Mit­telpunkt. Die Feier wurde von Musik und Gesän­gen der eritreis­chen Gemein­schaft des Ge’ez-Rit­us, der afrikanis­chen Gemein­schaft und der ukrainis­chen Gemein­schaft des byzan­ti­nis­chen Rit­us begleit­et.

Die Heilige Messe wurde von Bischof Felix Gmür, Bischof der Diözese Basel, geleit­et, zu deren Zuständigkeits­bere­ich auch die Abtei Mari­astein gehört. Während der Gaben­prozes­sion wur­den neben Brot und Wein ver­schiedene Sym­bole aus dem Leben von Migran­tinnen und Migranten darge­bracht, darunter ein Ruck­sack, ein Paar San­dalen und eine Land­karte.

Bischof Felix Gmür unter­strich die Bedeu­tung «dieser Begeg­nung zwis­chen ver­schiede­nen Kul­turen, Sprachen und Riten, die eine konkrete Gele­gen­heit zum Dia­log zwis­chen den unter­schiedlichen kirch­lichen Real­itäten unseres Lan­des darstellte. Ver­schiedene Tra­di­tio­nen, die sich in einem einzi­gen Glauben und in ein­er einzi­gen uni­ver­salen Kirche vere­inen, die fähig ist, Vielfalt anzunehmen und in der Plu­ral­ität einen Raum der Gemein­schaft zu schaf­fen.»

Abt Lud­wig freut sich, Gast­ge­ber dieser Ver­anstal­tung gewe­sen zu sein, und erk­lärt: «Die Eucharistie führt uns zusam­men über alle Gren­zen hin­weg. Wir ste­hen nicht als Grup­pen nebeneinan­der, son­dern wir wer­den zu ein­er Gemein­schaft: zum einen Volk Gottes, zum Leib Christi.»

«Teilen» war das Leit­mo­tiv des Tages. Zum Abschluss der Feier teil­ten die Mit­glieder der über 10 anwe­senden Gemein­schaften ihre tra­di­tionellen Speisen mit den Teil­nehmenden und macht­en das Tre­f­fen zu einem authen­tis­chen Fest der Geschwis­ter­lichkeit. Darüber hin­aus bere­icherten einige der anwe­senden Gemein­schaften – darunter Zirkusleute, Fahrende, Slowak­en, Tschechen, Kolumbian­er, Syro-Mal­abar­er und Por­tugiesen – das Fest mit ihren tra­di­tionellen Liedern und Tänzen. Viele Anwe­sende zeigten sich dankbar für die Möglichkeit, zusam­men­zukom­men, gemein­sam zu feiern und dabei ihre Kul­tur mit anderen zu teilen. Beim abschliessenden Segen beteten die Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer gemein­sam in ver­schiede­nen Sprachen zu Maria.

Eine von Migration geprägte Kirche

In der Schweiz haben rund 40 Prozent der Katho­likin­nen und Katho­liken, das entspricht etwa einein­halb Mil­lio­nen Men­schen, einen Migra­tionsh­in­ter­grund. Diese Zahl verdeut­licht, wie stark Migra­tionser­fahrun­gen das Leben der katholis­chen Kirche im Land prä­gen und wie selb­stver­ständlich sie zu ihrer Real­ität gehören.
Die Arbeit von migra­tio in der Schweiz leis­tet einen wichti­gen Beitrag zur Seel­sorge für fremd­sprachige katholis­che Gemein­den und die katholis­chen Ostkirchen, für Mis­sio­nen, für Men­schen auf der Durchreise und aus der Zirkuswelt sowie für die Betreu­ung in den Bun­de­sa­sylzen­tren.

Isabel Vasquez
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