
Eine Regel gibt Rhythmus
Sicherlich seid ihr schon einmal irgendwo einer Ordensschwester begegnet. Und wahrscheinlich wisst ihr auch, dass es verschiedene sogenannte Orden gibt, zu denen sie gehören können. Bekannt sind vor allem die Franziskanerinnen, die Dominikanerinnen, die Zisterzienserinnen oder die Benediktinerinnen.
Wir werfen auf dieser Seite einen genaueren Blick auf die Benediktinerinnen.
Woher kommt der Name?
Ihren Namen hat die Ordensgemeinschaft vom heiligen Benedikt von Nursia. Er gründete im Jahr 529, also vor fast 1500 Jahren, das erste benediktinische Kloster, und zwar in Italien. Dort schrieb er seine Regeln auf, die im Ordensleben der Benediktinerinnen und Benediktiner bis heute eine sehr wichtige Rolle spielen.
Wer war die erste Benediktinerin?
Als erste Benediktinerin gilt die heilige Scholastika. Sie war die Schwester des heiligen Benedikt und von ihr heisst es, dass sie das erste benediktinische Frauenkloster gründete, dem sie auch als Äbtissin vorstand.
Ein Leben nach der Regel
Die benediktinische Regel ist das Zentrum des Ordens- und Glaubenslebens der Benediktinerinnen. Der bekannteste Satz aus dieser Regel ist «ora et labora», auf Deutsch «bete und arbeite». Das Leben im Benediktinerinnenkloster ist geprägt von der Abwechslung zwischen Tätigkeiten für den Kopf, wie beten, die Bibel lesen und darüber nachdenken, und körperlicher Arbeit, zum Beispiel im Garten.
Einen Tag in einem Benediktinerinnenkloster könnt ihr euch so vorstellen
- Zwischen 5 und 6 Uhr: Das erste Gebet des Tages, das Morgenlob, wird gebetet und gesungen. Anschliessend nehmen sich die Schwestern Zeit zum Beten, Meditieren und in der Bibel lesen.
- 8 Uhr: Die Schwestern feiern die Eucharistie, das heisst, es handelt sich um einen Gottesdienst, in dem sie zur Kommunion gehen. Nach der Eucharistiefeier frühstücken die Schwestern.
- Vormittag: Die Schwestern gehen ihrer Arbeit im Kloster nach. Manche arbeiten im Garten und jäten Unkraut, pflanzen Blumen oder kümmern sich um Obst und Gemüse, andere arbeiten zum Beispiel in der Bibliothek und sortieren Bücher oder halten die Übersicht über den Bestand aktuell.
- 12 Uhr: Die Schwestern treffen sich zum Mittagsgebet und gehen dann gemeinsam zum Mittagessen. Typisch ist hier, dass während des Essens komplettes Schweigen herrscht während eine Schwester etwas vorliest, zum Beispiel aus der Bibel oder Tagesaktualitäten.
- Nach einer kurzen Mittagspause wird noch einmal weitergearbeitet.
- 17 Uhr: Abendlob. Es folgt das Abendessen und anschliessend bleibt etwas Zeit für Gespräche oder einen Spaziergang.
- Zwischen 19 und 20 Uhr: Die Schwestern beten das Nachtgebet, danach gehen sie auf ihre Zimmer.
Lesetipp für Neugierige
Was bedeutet es, als Benediktinerin zu leben? Und warum entscheiden sich Frauen dafür, ihr Leben im Kloster zu verbringen?
Im Buch «Ein gehorsames Leben» lässt die Autorin Esther Vorburger-Bossart 36 Benediktinerinnen selbst erzählen. In Gesprächen berichten sie von ihrem Alltag, von Gemeinschaft, vom Gehorsam und von dem, was ihrem Leben Sinn gibt.
Ein Buch für alle, die tiefer in das Leben in Frauenklöstern eintauchen wollen.