Der Weg ins Licht
Der Sterbesegen «Auf dem Weg ins Licht» wurde erarbeitet von Liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz in Freiburg.
© Gaston Berchtold

Der Weg ins Licht

Unterstützung bei der Begleitung von Sterbenden

Viele Menschen wünschen sich auf ihrem letzten Weg ­jemanden, der sie mit Zuspruch begleitet. Das Buch «Der Weg ins Licht» kann für Begleitpersonen eine wichtige Stütze sein.


Auch wenn viele Men­schen immer weniger Bezug zu den Sakra­menten haben, wün­schen sie sich, beson­ders am Lebensende – Trost und Begleitung, Zus­pruch und Segen. Die klas­sis­chen Sakra­mente für Ster­bende, die Kranken­sal­bung und der let­zte Emp­fang der Heili­gen Kom­mu­nion – sind aber nicht in jed­er Sit­u­a­tion möglich oder gewün­scht. Bei Men­schen, die Ster­bende begleit­en, kam der Wun­sch auf, ein Hil­f­s­mit­tel zu haben. Das bestätigte eine Umfrage, die zugle­ich Bedarf für eine vier­sprachige Vor­lage auf Deutsch, Franzö­sisch, Ital­ienisch und Englisch zeigte. Das Litur­gis­che Insti­tut der deutschsprachi­gen Schweiz in Freiburg erar­beit­ete das Buch dann im Auf­trag der Litur­gis­chen Kom­mis­sion der Schweiz.

Auf dem Weg ins Licht
Her­aus­gegeben von der Litur­gis­chen Kom­mis­sion der Schweiz im Auf­trag der Schweiz­er Bischof­skon­ferenz. Erar­beit­et vom Litur­gis­chen Insti­tut der deutschsprachi­gen Schweiz in Freiburg. Ver­lag Friedrich Pustet: Regens­burg 2026, 21.50 Franken. Bestel­lung über den Buchshop auf www.liturgie.ch oder über den Buch­han­del. Auf www.liturgie.ch kann die Kurz­form des Sterbe­segens in ver­schiede­nen Sprachen gratis herun­terge­laden wer­den. Für inhaltliche Fra­gen wen­den Sie sich an Eleono­ra Bider­bost oder Gun­da Brüske, für Fra­gen zur Bestel­lung an Andreas Krog­mann.

Gebet von Bruder Klaus

Der Sterbe­segen unter­stützt Seel­sorg­erin­nen und Seel­sorg­er, Ehre­namtliche, Pflegeper­son­al und Fam­i­lien­ange­hörige in der Begleitung ster­ben­der Men­schen. Deutsche und öster­re­ichis­che Diöze­sen ken­nen einen ver­gle­ich­baren Sterbe­segen seit den 2010er-Jahren. Die Schweiz­er Ver­sion enthält neue, in der Schweiz ent­standene Gebet­s­texte sowie das Gebet des heili­gen Brud­er Klaus. Der Segen liegt vor in ein­er Grund­form, ein­er Kurz­form sowie als Sterbe­segen für ein Kind und für einen Men­schen mit Demenz. Ausser­dem enthält das Buch weit­eres Mate­r­i­al zur Auswahl.

Die Nähe Gottes zeigen

Der Sterbe­segen soll die Kranken­sal­bung und die Wegzehrung nicht erset­zen, son­dern die seel­sor­gliche Begleitung Ster­ben­der ergänzen. Auch Men­schen, die wenig Bezug zur Kirche und den Sakra­menten haben, möchte die Kirche Gottes Nähe zeigen und Segen zus­prechen. Der Sterbe­segen kann von allen ver­wen­det wer­den, die Ster­bende begleit­en, sei es in Spitälern, Hos­pizen, Alters- und Pflege­heimen, in der Not­fallseel­sorge oder in Pfar­reien, Sprach­mis­sio­nen und Ordens­ge­mein­schaften.


«Starke Momente»
Erfahrung mit der Seg­nung von Ster­ben­den
«Als Spi­talseel­sorg­erin erlebe ich am Bett eines ster­ben­den Men­schen oft, wie berührend es ist, Gott feier­lich um seinen Segen und seine Begleitung zu bit­ten – nicht nur für die Ster­ben­den selb­st, son­dern auch für ihre Ange­höri­gen. Dabei spielt es nur eine unter­ge­ord­nete Rolle, welchen Bezug die Anwe­senden son­st zur Insti­tu­tion Kirche haben. Vor allem die Würdi­gung des enden­den Lebens in all seinen Höhen und Tiefen, die Berührung im Segen­sze­ichen und das Brud­er-Klausen-Gebet, das im Angesicht des Todes ganz neu ver­standen wird, sind starke Momente. Schmerz und Trauer ver­schwinden durch den Sterbe­segen nicht wie von Zauber­hand. Doch sich im Ster­ben ganz Gottes Hän­den anver­trauen zu dür­fen, kann für viele sehr tröstlich und beruhi­gend sein.»
Eleono­ra Bider­bost, Mitar­bei­t­erin Litur­gis­ches Insti­tut und Spi­talseel­sorg­erin im Ober­wal­lis

Frei verfügbar

Die Kurz­form des Sterbe­segens ist frei ver­füg­bar und kann auf der Web­site des Litur­gis­chen Insti­tuts «www.liturgie.ch» in ver­schiede­nen Sprachen herun­terge­laden wer­den. Die Kurz­form bietet sich an, wenn das Ster­ben unmit­tel­bar bevorste­ht, wenn kein Seel­sorg­er und keine Seel­sorg­erin zur Ver­fü­gung ste­ht oder Ange­hörige ihre Lieb­sten zu Hause seg­nen möcht­en.

Kurzform des Sterbesegens

Die Per­son, die die Seg­nung leit­et, begrüsst die/den Sterbende(n), selb­st wenn sie/er nicht mehr ansprech­bar ist, und die Anwe­senden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heili­gen Geistes.
Amen.

N. (Name der/des Ster­ben­den),
hab keine Angst vor dem let­zten Schritt,
Gott wird ihn mit dir gehen.
Trau dem neuen Land,
Gott hat es dir zuge­sagt.
Trau dem neuen Haus,
er hat es dir gebaut.
Trau dem neuen Leben,
er hat es dir ver­heis­sen.

Eine (stille) Erin­nerungszeit kann an dieser Stelle einge­fügt wer­den, wenn Zeit und Umstände es erlauben.

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hin­dert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich führet zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.

Schriftle­sung aus dem Propheten Jesa­ja:

So spricht Gott,
der dich erschaf­fen und geformt hat:
Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich beim Namen gerufen,
du bist mein!
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! (nach Jes 43,1.5a)

N., du bist geseg­net und umfan­gen von der Liebe und dem Erbar­men Gottes.
Ihn, der dich san­ft und sich­er in seinen Hän­den hält, bit­ten wir:
Deine Gedanken und Worte,
deinen Ver­stand und deine Träume
seg­ne der ewige Gott.
Er schenke deinem Geist Ruhe.

(Kreuzze­ichen auf die Stirn)

Deine Hände, die geschaf­fen und geruht haben,
dein Tun und dein Lassen
seg­ne der lebendi­ge Gott.
Er ergänze, was unvol­len­det blieb und heile,
was ver­wun­det ist.

(Kreuzze­ichen in die Hände)

Dein Herz, das treu für dich und andere schlug,
das geliebt und vergeben hat,
seg­ne der zärtliche Gott.
Er schenke deinem Herzen Frieden.

(Kreuzze­ichen über dem Herzen)

N., dein ganzes Leben
herzi­gen Liebe Gottes
und für immer gebor­gen in seinem Frieden.
So sei geseg­net, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heili­gen Geistes.

Amen.

(Gross­es Kreuzze­ichen über die ster­bende Per­son)

Die Per­son, die die Seg­nung leit­et, lädt die Anwe­senden ein, die/den Sterbende(n) eben­falls mit einem Kreuzze­ichen zu seg­nen und ihr/ihm einen Dank, einen Wun­sch oder ein per­sön­lich­es Wort mit auf den Weg zu geben.

Vater unser im Him­mel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Him­mel so auf Erden.
Unser täglich­es Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Ver­suchung,
son­dern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Her­rlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Der Herr über Leben und Tod seg­ne und begleite euch.

Er gebe euch Atem für den näch­sten Schritt
und Kraft für den kom­menden Weg.
Das gewähre euch der Vater und der Sohn
und der Heilige Geist
Amen.

© Die Rechte wer­den wahrgenom­men vom ​Litur­gis­chen Insti­tut der deutschsprachi­gen Schweiz

Marie-Christine Andres Schürch
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