
Artikel
Menschen, die sich lieben, sagen oft: Ich schenke dir mein Herz. Das Herz-Jesu-Fest bedeutet dasselbe und noch viel mehr: Jesus hat sich uns geschenkt. Er hat sein Herz für uns geöffnet und lässt sich von uns berühren. Er hat sein Herz öffnen lassen aus Liebe zu uns.
by Andreas Eckhardt, Quelle: Pfarrbriefservice.deSchon die antiken christlichen Schriftsteller schrieben, dass das durchbohrte Herz Jesu die Quelle ist, aus der die Kirche und die Sakramente, die Taufe und die Eucharistie, entspringen.
Insbesondere seit dem 17. Jahrhundert verbreitete sich die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu in der gesamten Kirche. Zwei Personen trugen massgeblich dazu bei: die heilige Margareta Maria Alacoque und ihr Beichtvater, der heilige Johannes Eudes.
Der heiligen Margareta Maria Alacoque (1647–1690) aus dem Kloster der Heimsuchung Mariens in Paray-le-Monial gebühren die grössten Verdienste für die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung. Der Herr Jesus offenbarte ihr einige Male sein Herz und verhiess ihr und allen, die es verehren, zahlreiche Gnaden. Am Freitag, dem 10. Juni 1675, nach der Fronleichnamsoktav, fand die letzte Offenbarung des Herzens Jesu an Margareta Maria Alacoque statt.
Jesus sagte zu ihr: „Siehe das Herz, das die Menschheit so sehr geliebt hat, dass es nichts gescheut hat, um ihr seine Liebe zu erweisen. Und als Dank erfährt es von den meisten Menschen nur bittere Undankbarkeit, Verachtung, Respektlosigkeit, Gleichgütigkeit und Kälte in diesem Sakrament der Liebe. Deshalb bitte ich dich, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav von nun an als besonderer Festtag zu Ehren meines Herzens begangen werde und zur Sühne für die mir zugefügten Beleidigungen, besonders in der heiligen Kommunion.»
Der Heilige Stuhl zögerte jedoch lange, diese Offenbarungen Jesu zu anerkennen. Nach eingehender Prüfung betätigte der Papst Clemens XIII. im Jahr 1765 die Glaubwürdigkeit der Offenbarungen der heiligen Margareta Maria. Der Festtag des Heiligsten-Herzen-Jesu wurde – gemäss Jesu Bitte — auf den Freitag nach der Oktav von Fronleichnam festgelegt. Pius IX. führte das Fest 1856 für die gesamte Kirche ein und am 31. Dezember 1899 weihte Papst Leo XIII die ganze Welt dem Herzen Jesu. Auch Papst Franziskus schrieb in seiner Enzyklika „Dilexit nos“ — „ER hat uns geliebt“, über das Heiligste Herz Jesu und seine göttliche und menschliche Liebe zu uns. Das Herz-Jesu-Fest erinnert uns, dass Gott die Liebe ist, dass Jesus sein Herz für uns aus Liebe durchbohren liess und dass wir als Christen Menschen der Liebe sein sollen.
Das Herz Jesu ist ein Schatz für unser Leben. Das Herz Jesu sagt uns einfach: „Ich liebe dich!” Wir sollen uns einander in Liebe, Achtung und Freundlichkeit begegnen.
Pater Jacek Kubica, Leitender Priester Seelsorgeverband Ergolz

