«Macht und Verantwortung zu teilen fällt vielen Kirchenmännern immer noch schwer»
Zehn Jahre nach der Pilgerreise «Kirche mit* den Frauen» kamen erneut Schweizer Katholikinnen nach Rom.
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«Macht und Verantwortung zu teilen fällt vielen Kirchenmännern immer noch schwer»

Ad Limina-Reise von «Kirche mit* den Frauen»

Vor zehn Jahren pil­gerten Schweiz­er Katho­likin­nen nach Rom. Ihre Forderung: mehr Gle­ich­berech­ti­gung in der Kirche. Zum Jubiläum set­zten sie ihr Zeichen erneut.

Vor 10 Jahren pil­gerte eine Gruppe Schweiz­er Katho­likin­nen unter dem Mot­to «Kirche mit* den Frauen» nach Rom, um sich für eine gle­ich­berechtigte Kirche einzuset­zen. Damals wie heute fordern sie, dass Frauen und Män­ner in der Kirche gle­ich­berechtigt Entschei­dun­gen tre­f­fen und Ver­ant­wor­tung tra­gen sollen. Zehn Jahre später ist nun erneut eine Del­e­ga­tion nach Rom gereist. Hele­na Jeppe­sen-Spuh­ler, die als stimm­berechtigte Teil­nehmerin bei der Welt­syn­ode dabei war, hat die Reise mass­ge­blich organ­isiert und begleit­et.

Jeppe­sen-Spuh­ler resümiert im Anschluss an die Reise: «Der Ad Lim­i­na-Besuch der Schweiz­er Frauen in Rom ruft nach mehr!» Der Aus­tausch in Rom habe die 16 Frauen bestärkt, auch weit­er­hin ihre Stim­men zu erheben, für ihr Anliegen einzuste­hen und sich noch stärk­er mit anderen Men­schen, die sich für Gle­ich­berech­ti­gung ein­set­zen, zu ver­net­zen.

Was kann Rom für die Gleichberechtigung tun?

Während der Reise besuchte die Del­e­ga­tion ver­schiedene Dikas­te­rien (entsprechen in ihrer Funk­tion einem Min­is­teri­um) und inter­na­tionale Organ­i­sa­tio­nen, wo sie ihre Anliegen erneut vor- und ein­brachte. Die Del­e­ga­tion stellte nochmals das Pro­jekt vor; anschliessend wurde disku­tiert, was die entsprechende Stelle für die Gle­ich­berech­ti­gung von Frauen tun kann. Jeppe­sen-Spuh­ler berichtet, dass weit­ere Schritte und Pro­jek­te ange­sprochen wur­den, die das The­ma der Gle­ich­berech­ti­gung auf inter­na­tionaler Ebene ein­fordern. «Die Erfahrun­gen in der Schweiz­er Kirche mit Frauen und nicht­gewei­ht­en Män­nern in der Gemein­deleitung, sind in Rom immer noch vielerorts unbekan­nt. Da bedarf es weit­er­er Fleis­sar­beit, auch der Schweiz­er Bis­chöfe», so Jeppe­sen-Spuh­ler.

Frauen in Führungsverantwortung

In der Zeit, in der die Del­e­ga­tion in Rom war, ernan­nte Papst Leo XIV. mit Sr. Alessan­dra Smer­il­li eine weit­ere Frau zur Präfek­tin eines Dikas­teri­ums. Daher hät­ten die 16 Frauen mit den Ver­ant­wortlichen oft über die Verän­derun­gen gesprochen, die sich zeigten, wenn Frauen Führungsver­ant­wor­tung gegeben wird, erin­nert sich Jeppe­sen-Spuh­ler. Sie find­et: «Macht und Ver­ant­wor­tung zu teilen fällt vie­len Kirchen­män­nern immer noch schw­er».

Abschliessend sagt sie: «Vor allem für die Frauen, die auch schon 2016 mit dabei waren, war die diesjährige Reise bere­ich­ernd. Es war toll, gemein­sam zu feiern, dass beson­ders Frauen viel Wider­stand­skraft und Aus­dauer haben, wenn es darum geht, für gle­iche Würde in der katholis­chen Kirche einzuste­hen.»


Vorlage (kurz, Beitrag) - Lichtblick Römisch-katholisches Pfarrblatt der Nordwestschweiz 6

Zufäl­lig angetrof­fen im Traste­vere: Sr. Alessan­dra Smer­il­li, die neu ernan­nte Präfek­tin des Dikas­teri­ums für die ganzheitliche men­schliche Entwick­lung.


Was bleibt von der Pil­ger­reise «Kirche mit* den Frauen»?

Jeppe­sen-Spuh­ler find­et, dass das grosse Engage­ment der Schweiz­er Kirche aus dem Jahr 2016 nicht mehr über­all spür­bar sei, was Viele deprim­iere und ent­mutige. «Das Feiern in Rom hat gut­ge­tan und gestärkt. Es galt zu würdi­gen, was damals geschehen ist und es ging darum, wieder miteinan­der Kraft zu schöpfen», so Jeppe­sen-Spuh­ler.


«Macht und Verantwortung zu teilen fällt vielen Kirchenmännern immer noch schwer» - Lichtblick Römisch-katholisches Pfarrblatt der Nordwestschweiz 1

Bei Vat­i­can News: 4 Pil­gerin­nen von 2016, die den ganzen Weg zu Fuss zurück­gelegt haben.

Bericht an den Papst

Ad-Lim­i­­na-Besuche sind im tra­di­tionellen Sinne regelmäs­sige Reisen von Bis­chöfen nach Rom. Dort informieren sie den Papst und die vatikanis­chen Behör­den über die Lage in ihren Bistümern und besprechen aktuelle Fra­gen des kirch­lichen Lebens.

Die Jubiläum­sreise knüpft an diese Tra­di­tion an, ver­lei­ht ihr jedoch eine neue Bedeu­tung. Anstelle von Bis­chöfen reis­ten Frauen aus den ver­schiede­nen Schweiz­er Bistümern nach Rom. Sie bracht­en ihre Erfahrun­gen und Anliegen ein, sucht­en den Aus­tausch mit Vertretern des Vatikans und set­zen sich dafür ein, dass die Per­spek­tiv­en und Anliegen von Frauen in der Kirche stärk­er wahrgenom­men wer­den.

Redaktion Lichtblick
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