Aargauische Pastoralkonferenz muss sich neu erfinden

Aargauische Pastoralkonferenz muss sich neu erfinden

Thier­ry Moos­brug­ger, heute Leit­er des Fach­bere­ichs Öffentlichkeit­sar­beit der Römisch-Katholis­chen Dien­ste bei­der Basel, war von 2005 bis 2011 Präsi­dent der Pas­toralkon­ferenz Basel­land. Unter sein­er Führung erfol­gte die Neuaus­rich­tung des Gremi­ums. Der Zusam­men­schluss aller römisch-katholis­chen Seel­sor­gen­den des Kan­tons spielt inner­halb der Basel­bi­eter Kirchen­struk­tur weit­er­hin eine wichtige Rolle. Im Gespräch mit Hor­i­zonte erk­lärt Thier­ry Moos­brug­ger, welchen Weg man ennet dem Jura beschrit­ten hat. Möglicher­weise kön­nte das Vorge­hen das Rüe­bliland inspiri­eren. Die Aar­gauer Pas­toralkon­ferenz find­et sich aktuell in einem Strate­gieprozess mit ungewis­sen Aus­gang. Herr Moos­brug­ger, im Basel­bi­et befand sich die Pas­toralkon­ferenz vor ein paar Jahren in ein­er ähn­lichen Sit­u­a­tion wie wir sie heute im Aar­gau antr­e­f­fen. Thier­ry Moos­brug­ger: Das Bis­tum hat­te ein neues Dekanatsstatut her­aus­gegeben. Da die Pas­toralkon­ferenz vorher immer eine wichtige Rolle bei pas­toralen Entschei­den spielte, stellte sich die Frage, wie das in Zukun­ft ausse­hen kön­nte. In einem «Kaf­fikrän­zli-Gremi­um» sah nie­mand einen Sinn.Wie kon­nte das Prob­lem gelöst wer­den? Das war ein län­ger­er Prozess, in welchem wir unsere Statuten in Rück­sprache mit der Region­alleitung, dem Gen­er­alvikar und er Lan­deskirche über­ar­beit­et haben.Was ist bei diesem Prozess konkret her­aus­gekom­men? Wir haben die Zusam­me­nar­beit von Pas­toralkon­ferenz und Region­alleitung so klären kön­nen, dass eine Win-Win-Sit­u­a­tion draus wurde. Der Vor­stand der Pas­toralkon­ferenz wird als «erweit­erte, kan­tonale Deka­nenkon­ferenz» ver­standen, und die pas­torale Bedeu­tung der Pas­toralkon­ferenz-Ver­samm­lun­gen wurde bestärkt. Die Pas­toralkon­ferenz tagt zur Zeit dreimal im Jahr. Wir berat­en über pas­torale Fra­gen und treten auch mal gemein­sam in die Öffentlichkeit, zum Beispiel anlässlich der let­zten Asylge­set­zre­vi­sion. Zudem arbeit­en wir Hand in Hand mit dem Lan­deskirchen­rat. Das heisst: wenn der Lan­deskirchen­rat ein Geschäft mit pas­toralem Anteil der Syn­ode vor­legen muss, berät sich die Pas­toralkon­ferenz darüber, damit der Lan­deskirchen­rat seine Geschäfte mit grösserem Gewicht vertreten kann. Gle­ichzeit­ig wird so natür­lich auch die Syn­ode aufgew­ertet, wenn die Pas­toralkon­ferenz zu syn­odale Anliegen berät.Und darüber hin­aus? Es kommt immer wieder vor, dass die Pas­toralkon­ferenz Anträge an den Lan­deskirchen­rat stellt, manch­mal auch direkt zuhan­den der Syn­ode. Da kann es um neue Stellen gehen oder um Pro­jek­te. So kon­nten wir zum Beispiel eine gemein­same kan­tonale Online-Adress­daten­bank aller Angestell­ten der Kirchge­mein­den und der Lan­deskirche erar­beit­en.Mit welchem Gefühl haben Sie auf 2012 hin ihr Prä­sidi­alamt niedergelegt? Mit einem sehr guten. Die Arbeit in der Pas­toralkon­ferenz war eine der span­nend­sten Auf­gaben, die ich bis anhin hat­te. Meine Zeit als Präsi­dent war davon geprägt, das Fun­da­ment der Pas­toralkon­ferenz neu zu fes­ti­gen. Die Pas­toralkon­ferenz dient so dem Bis­tum, der Lan­deskirche und den Pfar­reien weit­er­hin als ini­tia­tives und motiviertes Gremi­um. Und wenn die Seel­sor­gen­den motiviert sind, prof­i­tiert das Bis­tum eben­so wie die Lan­deskirche und die Pfar­reien.Andreas C. Müller
Redaktion Lichtblick
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