
© zVg/ Bistum Basel
Zur Ruhe finden
Während der Suche nach einem Thema für diesen Text kam ich ins Gespräch mit meinem Sohn. Ich fragte ihn, was ihn bewegt, wenn er über Kirche und Glaube nachdenkt. Er gab zur Antwort: «Darüber denke ich eigentlich nicht nach. Aber mich beschäftigt, dass wir in unserer Schar immer weniger Ministranten sind. Wenn es so weitergeht, sind es bald keine mehr».
Mit dieser Aussage traf er mitten ins Schwarze. Dies beschäftigt auch mich – nicht die Ministrantenschar an sich, sondern dieses «Weniger». Der Bedeutungs- und Vertrauensverlust der Kirche in der Gesellschaft gibt mir zu denken. Da ist einiges in Bewegung, ja ins Rutschen gekommen. Wir stecken mitten in herausfordernden Zeiten, kirchlich und gesellschaftlich.
Aber ich sollte besser nicht davon schreiben, was mich bewegt, sondern was mich bei all den Fragen und Spannungen zur Ruhe kommen lässt: Es hilft mir, mit andern im Gespräch zu sein, hinzuhören und gemeinsam nachzudenken. Es ist bestärkend, Kirche dort als wirksam zu erfahren, wo sie den Menschen dient, wo sie Not wendet und Hoffnung sichtbar macht. Ich finde zur Ruhe zurück, wenn ich mich an der biblischen Botschaft ausrichte – nicht als fertige Antwort, sondern als lebendige Orientierung: Wandel und stetiges Sich-Verändern darf im Vertrauen auf Gott geschehen.