Der Geist der Wahrheit und der Liebe
© Christoph Läser

Der Geist der Wahrheit und der Liebe

Mit Pfin­g­sten find­et die 50-tägige öster­liche Festzeit ihren Abschluss. Bere­it­en Sie sich auf dieses Fest vor oder freuen Sie sich nur auf das ver­längerte Woch­enende?  Während Wei­h­nacht­en von vie­len Erwartun­gen, Vor­bere­itun­gen und auch manch­er Unruhe begleit­et ist, kommt Pfin­g­sten viel stiller daher. Anders als zu Wei­h­nacht­en sorgt sich bei diesem Fest kaum jemand darum, ob alles gelingt – weil es uns schein­bar nichts abver­langt?

​Doch so ein­fach ist es nicht. Der Bericht von der Geist­sendung an die um Maria ver­sam­melten Jünger (Apos­telgeschichte 1,14 und 2,1–11) erin­nert daran, dass der Geist zwar Geschenk ist, aber kein Geschenk, das untätig lässt. Die Jünger kon­nten nichts dazu beitra­gen, dass der Geist über sie kam. Aber als er sie erfüllte, geschah etwas Entschei­den­des: Sie wur­den mutig. Petrus tritt vor die Men­schen und begin­nt zu sprechen. Der Geist Gottes bewegt zum Han­deln. Der Heilige Geist ist also nicht nur Trost und inner­er Zus­pruch. Er ist Kraftquelle. Er ermutigt, den Glauben nicht für sich zu behal­ten, son­dern Zeug­nis zu geben – im Wort und im Leben.​

Vielle­icht liegt die eigentliche Her­aus­forderung von Pfin­g­sten darin, dem Geist Gottes wirk­lich Raum zu geben – nicht nur im Gebet, son­dern im konkreten Leben. Die Kirche hat dafür seit Jahrhun­derten ein­fache, ein­dringliche Worte gefun­den. In ein­er Nachdich­tung des alten Hym­nus Veni Cre­ator Spir­i­tus sin­gen wir: «Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, besuch das Herz der Kinder dein.» Diese Bitte bleibt aktuell. Denn wo wir sie ernst nehmen, dort begin­nt Gottes Geist zu wirken. Leise, aber kraftvoll.

Ludwig Ziegerer
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