Das beste Frühstück
Dr. Valentine Koledoye, Bischofsvikar Bischofsvikariat St. Urs
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Das beste Frühstück

Als ich ein Kind war, nahm mich meine Gross­mut­ter jeden Son­ntag zusam­men mit meinen drei Brüdern mit in die Kirche. Eines Tages ver­sprach sie uns nach der Messe das «beste Früh­stück». Voller Vor­freude dacht­en wir an ein Restau­rant oder eine Ein­ladung. Doch nach der Messe gin­gen wir ein­fach nach Hause. Auf unsere irri­tierten Fra­gen sagte sie ruhig: «Ihr habt es schon bekom­men.» Erst dann erk­lärte sie: Die Heilige Kom­mu­nion sei das beste Früh­stück.
Meine Gross­mut­ter war keine The­olo­gin. Doch in ihrer ein­fachen Sprache lag eine tiefe Wahrheit: Die Eucharistie ist das Brot des Lebens. Sie stärkt uns, gibt Ori­en­tierung und trägt uns im All­t­ag.
Diese Erin­nerung bewegt mich bis heute. Ger­ade in ein­er Zeit, in der in vie­len Pas­toral­räu­men und Pfar­reien Erstkom­mu­nion gefeiert wird, zeigt sich, wie wichtig es ist, den Glauben in ver­ständlich­er Sprache weit­erzugeben. Nicht Kom­plex­ität überzeugt, son­dern das, was das Herz erre­icht.
Dankbar denke ich auch an Papst Franziskus, der am 21. April 2025 ver­stor­ben ist. Auch er fand ein­fache Worte für grosse Wahrheit­en und nan­nte die Eucharistie «Brot für Sün­der und Nahrung für Engel».
Ein her­zlich­er Dank gilt allen, die mit ein­fachen Worten und durch ihr Han­deln den Glauben weit­ergeben. Möge dieses «beste Früh­stück» Quelle der Hoff­nung und Kraft bleiben – ger­ade in unser­er her­aus­fordern­den Zeit.

Valentine Koledoye
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