Was ist Hoffnung?
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Was ist Hoffnung?

Wir leben in schwieri­gen Zeit­en. Berichte über Kriege, Kli­maer­wär­mung und Katas­tro­phen gehören zum All­t­ag. Wie kann man da hoff­nungsvoll bleiben? Muss man naiv sein oder die Augen vor der Real­ität ver­schliessen, um die Hoff­nung nicht zu ver­lieren?

Bei Aus­grabun­gen in Israel wurde ein Tonge­fäss mit Dat­tel­pal­men­samen gefun­den, die aus der Zeit Jesu stam­men. 2005 beschloss eine Forscherin, mehrere von den Samen auszupflanzen. Sie weichte die Samen in war­men Wass­er ein und gab sie in eine Nährstof­flö­sung. Einige Wochen später keimten einige der Samen. Aus 2000 Jahre alten Samen wuch­sen tat­säch­lich Dat­tel­pal­men. Eine davon hat 2020 zum 1. Mal Früchte getra­gen. Eine unglaubliche Geschichte, die mir die Leben­skraft dieser Erde ein­drück­lich vor Augen führt.

Es war wed­er naiv noch ver­rückt, auszupro­bieren, ob die 2000 Jahren alten Samen noch Keimkraft in sich tra­gen. Es war ein Wag­nis, getra­gen von der Hoff­nung, dass es möglich sein kann.

Die Geschichte erin­nert mich daran, dass Hoff­nung kein pas­sives Abwarten ist, son­dern Men­schen aktiv wer­den und ihre Spiel­räume nutzen lässt.

Hoff­nungsvolle Men­schen sind für mich solche, die nicht aufhören, daran zu glauben, dass ihr Tun etwas bewirken kann; die zum Beispiel Samen in die Erde leg­en und keimen lassen.

Jutta Achhammer Moosbrugger
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