
Wussten Sie schon…?
Warum wir sagen: “Jemanden ans Kreuz nageln”
Diese Redewendung klingt drastisch und das ist sie auch. Sie geht unmittelbar auf die Zeit der römischen Besatzung und die Kreuzigung als damals härteste Strafmethode zurück. Im christlichen Verständnis ist das Kreuz fest mit dem Leiden und Sterben Jesu verbunden, der unschuldig verurteilt wurde und dennoch Liebe und Vergebung in die Welt brachte.
Wenn wir heute sagen, jemand werde „ans Kreuz genagelt“, meinen wir damit, dass eine Person übermässig hart kritisiert, öffentlich blossgestellt oder für etwas verantwortlich gemacht wird, dass sie nicht allein verschuldet hat. Es beschreibt Situationen, in denen Menschen unfair behandelt oder unter Druck gesetzt werden.
Die Redewendung erinnert, bewusst oder unbewusst, an das Leid eines Unschuldigen. Vielleicht lädt sie uns gerade deshalb dazu ein, im Alltag barmherziger zu urteilen, genauer hinzusehen und nicht vorschnell Schuldige zu suchen. Denn der christliche Glaube ruft uns immer wieder dazu auf, Menschen nicht festzunageln, sondern ihnen Raum zur Entfaltung, Heilung und Veränderung zu geben.

