
Weniger Gläubige, weniger Kirchengebäude?
An ihrer 181. Sitzung hat sich die Synode der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt unter anderem mit der Zukunft ihrer Kirchengebäude und mit sozialem Engagement befasst. Besonders diskutiert wurde die Frage, welche Kirchengebäude künftig noch gebraucht werden.
Die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt (RKK BS) steht vor der Herausforderung, dass ihre Mitgliederzahlen zurückgehen, während sie weiterhin zahlreiche Liegenschaften unterhalten muss. Die Synode hatte deshalb bereits 2022 beschlossen, die Zahl der für kirchliche Zwecke genutzten Gebäude in den kommenden Jahren zu reduzieren und einige als Ertragsliegenschaften weiterzuführen. Ein Zwischenbericht zeigte nun auf, wie dieser Auftrag umgesetzt werden könnte.
Dabei wurden drei Kirchen ausdrücklich als mögliche Standorte für eine Reduktion genannt: Sacré-Coeur, San Pio X und Bruder Klaus. Dass mit Sacré-Coeur und San Pio X ausgerechnet die zwei Kirchen der beiden fremdsprachigen Pfarreien genannt wurden, sorgte an der Sitzung für Kritik. Vertreterinnen der betroffenen Pfarreien wiesen darauf hin, dass die drei Kirchen für die jeweiligen Gemeinschaften weiterhin wichtige Orte seien. Besonders irritierte sie, dass im Bericht von «Schliessung» die Rede ist, obwohl die Synode 2022 von einer «Reduktion von 1 bis 2 Kirchen» gesprochen hatte.
Kirchenratspräsident Christian Griss erklärte, dass mit der Nennung noch kein Entscheid über eine Schliessung gefallen sei. Er verwies darauf, dass alle Gebäude und Kirchen betrachtet worden seien. Entscheidend seien unter anderem die Möglichkeiten einer Umnutzung und das Verhältnis zwischen Aufwand und künftigem Ertrag. Bei manchen Gebäuden erschwere zudem der Denkmalschutz eine Umnutzung. Bei der Feierabendstrasse seien die Voraussetzungen für eine wirtschaftlich interessante Weiterentwicklung besonders günstig. Ausserdem erinnerte der Kirchenrat daran, dass in den vergangenen 15 Jahren auch mehrere deutschsprachige Kirchen aufgegeben beziehungsweise umgenutzt wurden.
Einig war man sich darin, dass die Zukunft der Gebäude nicht allein eine finanzielle Frage ist. Kirchen sind vor allem Orte, an denen Gemeinschaft entsteht und wo Menschen ihren Glauben leben. Welche Gebäude künftig benötigt werden, soll deshalb auch im Zusammenhang mit dem laufenden Visionsprozess der RKK BS betrachtet werden.
160 000 Franken für die Caritas
Weniger kontrovers war ein anderes Thema mit unmittelbarem Bezug zum Alltag vieler Menschen: Die Synode verlängerte die Leistungsvereinbarung mit der Caritas beider Basel für die Jahre 2027 bis 2029. Dafür sind jährlich 160 000 Franken vorgesehen.
Die Caritas unterstützt Menschen unter anderem mit Sozialberatungen, einem Caritas-Markt, einem Kleiderladen oder der KulturLegi. Hinzu kommen Angebote wie Rechtsberatung im Sozialhilferecht, Kinderpatenschaften und neue Beratungsformen, etwa in Zusammenarbeit mit Arztpraxen und der Spitex. Ziel ist es, Menschen in finanziell schwierigen Situationen zu unterstützen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Die Synode genehmigte die Beiträge mit grossem Mehr. Die katholische Kirche beteiligt sich damit auch künftig an einem Verein, der «einen wichtigen Beitrag leistet, damit es Menschen mit wenig Geld besser geht», so Domenico Sposato, Geschäftsführer Caritas beider Basel, der als Gast an der Synode dabei war.
Unterstützung für weitere Projekte
Auch für verschiedene andere soziale und gesellschaftliche Angebote hat die Synode weiterhin finanzielle Unterstützung gesprochen. Dazu gehören unter anderem die ökumenische Seelsorge für Asylsuchende, christlich-jüdische Projekte, Jungwacht Blauring oder die Allianz Gleichwürdig Katholisch.