Was macht eigentlich die Pfarreileiterin
Ich sage seit Jahren, dass ich den schönsten Beruf der Welt habe. Kein Tag ist wie der andere. Es gibt keine Langeweile und ich darf mit Menschen aus allen Generationen Kontakt haben. Als Leiterin der Pfarrei Heilig Geist sind das Reich Gottes und die Menschen hier meine Orientierung. In der Bibel lässt sich vieles darüber lesen, weil Jesus davon erzählt hat. Meine Aufgabe ist es zusammen mit dem Pfarreiteam und Mitgliedern herauszufinden, was das für uns heute und unsere Arbeit für die Menschen bei uns bedeutet. Heute sind andere Themen als vor 2000 Jahren aktuell. Das ist eine spannende Herausforderung! Eines davon ist die Bewahrung der Schöpfung. Dazu entsteht gerade ein insektenfreundliches Bioprojekt im Rahmen der Sanierung der Tramstrasse. Ungefähr einmal im Monat findet ein Bibelabend statt: Wir nennen ihn «Bibel beWEGt», weil die Texte der Bibel vom damaligen Kontext in den heutigen Kontext übersetzt werden und dazu uns persönlich beWEGen wollen. Der Austausch untereinander ist kostbar. Es gilt auch unterschiedliche Gottesdienste vorzubereiten: «Sprache» ist hier ein Herzensthema für mich. Die liturgische Sprache ist manchmal schwer verständlich und schliesst darum Menschen aus. Mit der Vision vom Reich Gottes ist mir Verbundenheit wichtig. Sitzungen mit dem Pfarreiteam in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Einzelgesprächen, Sitzungen mit der Ortskirchenpflege und der Kreiskirchenpflege, dem Vorstand vom Kirchenchor, der Fachgruppe Alter der Gemeinden und vieles mehr gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben, sowie Taufen und Beerdigungen. Die Zusammenarbeit in der Pastoralraumleitung und neu die Bildungsabende gehören auch dazu. Mit aller Vielfältigkeit der Arbeit ist es mir auch wichtig mich theologisch auseinanderzusetzen und weiterzubilden. Bei allem bin ich durch meinen Glauben, der durch mein Leben hindurch gewachsen ist, getragen. Ja, am Abend bin ich müde. Aber sehr dankbar. Brigitta Minich, Pfarreileiterin Heilig Geist

