
Bild: © zVg RKK
Seelsorge für Sexarbeiterinnen geht weiter
Synode BS sagt Ja zu Seelsorge im Tabubereich und Unterhaltsarbeiten in St. Michael
Die Synode der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt (RKK BS) hat den Vertrag für die Seelsorge im Tabubereich um weitere drei Jahre verlängert. Zustimmung gab es auch für Unterhaltsarbeiten in der Kirche St. Michael.
Die seit 2016 bestehende «SiTa — Seelsorge im Tabubereich» bietet Sexarbeiterinnen einen geschützten Raum, wo sie Seelsorge in Anspruch nehmen können. Der Glaube sei für viele Frauen, die im Sexgewerbe tätig sind, ein wichtiges Element, sagte Sarah Biotti, Leiterin Spezialseelsorge im Pastoralraum Basel-Stadt. Die gemeinsame Trägerschaft des Fachbereichs SiTa ist seit 2022 in einem befristeten Vertrag geregelt. Diesen galt es nun um weitere drei Jahre (ab 1.1.2025) zu verlängern. Die Baselbieter Synode hatte bereits im Juni einer Verlängerung zugestimmt.
Vieles sei seit der Gründung der SiTa gleichgeblieben, zugenommen habe allerdings die Schnelllebigkeit, sagte Biotti. Neu läuft ein Pilotprojekt, in dem ein Freiwilliger die Seelsorgerin auf ihren Rundgängen durch die Salons begleitet und Gespräche mit Freiern anbietet. Die Verlängerung des SiTa-Vertrags wurde mit grossem Mehr genehmigt. Für die Finanzierung des gemeinsamen Fachbereichs stellen die Landeskirchen Basel-Landschaft und Basel-Stadt jährlich 48’000 Franken (46’000 Franken Personalkosten des 40%-Pensums; 2’000 Franken Sachkosten) zur Verfügung.
Ja zu Unterhaltsarbeiten in St. Michael
Unbestritten war auch die Entnahme von knapp 400’000 Franken aus den Baureserven für Unterhaltsarbeiten in der Kirche St. Michael im Basler Hirzbrunnenquartier. Vor elf Jahren scheiterten Pläne des Kirchenrats für eine Neuüberbauung am Widerstand gegen den Abriss der Michaelskirche. Aktuell wird die Michaelskirche vor allem von der kroatischen Mission genutzt. Zudem werden die Reformierten nach dem Abriss der Markuskirche in St. Michael Gottesdienst feiern.
Der Kirchenrat sei der Überzeugung, dass die Kirche in den nächsten 20 Jahren noch gut ausgenutzt sein werde, sagte Kirchenratspräsident Christian Griss. Bei den geplanten Bauarbeiten handle es sich nicht um eine Sanierung, sondern um Unterhaltsarbeiten an der äusseren Gebäudehülle und im Innern der Kirche. Für die RKK BS entstehen dabei Kosten von netto knapp 400’000 Franken. Die Denkmalpflege wird sich mit voraussichtlich 51’350 Franken beteiligen. Der Beitrag der Pfarrei St. Clara beläuft sich auf knapp 70’000 Franken.
Beitrag zu Basler Klimazielen
In einer Interpellation hat Werner Pachinger (Fraktion St. Clara) nach Möglichkeiten gefragt, wie die RKK BS einen Beitrag zur Erreichung der basel-städtischen Klimaziele (Netto-Null bis 2037) leisten könne. Die von Pachinger vorgeschlagene Option eines Fonds habe viele Nachteile, sagte Kirchenratspräsident Griss in der Beantwortung des Vorstosses. Ein Fonds mit Zweckbestimmung Klimaschutz würde Mittel sperren, ohne dass man den Bedarf kenne. Die Umwidmung eines bereits bestehenden Fonds sei nicht zulässig, da der vorgegebene Zweck bindend sei. Das Thema Nachhaltigkeit komme in der RKK BS primär beim Unterhalt der Liegenschaften zum Tragen und fliesse in die Rückstellungen für Bauprojekte ein.