Präsent in den vielen kleinen Momenten
Präsent in den vielen kleinen Momenten
«Spiritual Care» — so heisst ein Studiengang der Universität Basel, der sich als Schnittstelle von Theologie, Medizin und Krankenhausseelsorge versteht. 2015 wurde er ins Leben gerufen und anschliessend drei Mal durchgeführt. Seit 2023 ist er in neuer, modularisierter Form zurück. Der Schwerpunkt: spirituelle Begleitung von Menschen im medizinischen Kontext über alle Phasen des Lebens hinweg.Ein Studiengang, der das Gesundheitspersonal befähigt, Patienten/innen in der Hektik des Klinikalltags auf beiden Ebenen gerecht zu werden – auf der medizinischen und auf der seelsorgerischen – das ist das Ziel eines besonderen Weiterbildungsstudiengangs, den die Universität Basel anbietet. Der interdisziplinäre Studiengang «Spiritual Care», übersetzt «spirituelle Betreuung», ist in Zusammenarbeit der medizinischen und der theologischen Fakultät der Universität Basel entstanden. Dieser besondere MAS-Studiengang (MAS seht für «Master of Advanced Studies») richtet sich vor allem an Personal in Pflege und Medizin. Über die in der «Palliative Care» – also der Sterbebegleitung – zentralen Fokussierung auf das Lebensende hinaus, werden die Studierenden geschult, in Krisen über die gesamte Lebensspanne hinweg für die Menschen da zu sein. «Das beginnt bereits pränatal, also bei Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch. Da kommt bereits oft die Frage auf: ‹Warum wir? Warum bleiben genau wir kinderlos?›», berichtet Susanne Zeilhofer, die Studiengangleiterin. «Weiter geht es beispielweise mit Sinnfragen nach einem Geburtstrauma, bei Kindern und Jugendlichen beim Thema Geschlechtsinkongruenz oder in der Lebensmitte bei plötzlichen Krebserkrankungen», ergänzt sie. Während der Behandlung dieser Menschen braucht es nicht nur die medizinisch beste Versorgung, sondern auch geschultes Personal, das die spirituellen Bedürfnisse der Patienten/innen erkennt und in den vielen kleinen Momenten mit den richtigen Worten, Gesten und Hilfsangeboten für sie da ist. «Wir sehen uns dabei nicht als Konkurrenz zur Spitalseelsorge, sondern als Ergänzung», betont Zeilhofer. Das bedeute, dass das geschulte Personal die Gesten und Worte der Patientin oder des Patienten schnell interpretieren könne, um dann beispielweise auch die/den Seelsorger/in hinzuzuholen. «Im Spitalalltag bleiben oft nur wenige Sekunden, um wahrzunehmen: In welcher existenziellen Situation befindet sich die Person? Will sie Hilfe und wenn ja, wie kann ich diese anbieten?», so Zeilhofer. «‹Spiritual Care› hat viel mit wahrnehmen und zuhören zu tun.» Das Studium bereitet das Gesundheitspersonal darauf vor, den Menschen ganzheitlich zu behandeln, den Körper, aber auch die Seele bei ihrer Sinnsuche in besonderen Situationen.
Leonie Wollensack — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - — - —
Infos zum Studiengang
Der Studiengang ist in drei Blöcke unterteilt:
- Eine Einführung, die Grundlagen vermittelt – beispielweise in Anthropologie, empirische Forschung zu Religiosität und Spiritualität, Kommunikation und Gesprächsführung oder dem Dialog der Religionen
- Einen wissenschaftlichen Vertiefungsblock
- Einen Praxisblock, der das Gelernte für die einzelnen Lebensalter darstellt und konkretisiert
Die modularisierten Veranstaltungen sind als Gesamtes, aber auch einzeln belegbar.Ein neuer Durchgang des Studienganges startet am 13./14. September 2024. Ein Informationsanlass dazu findet am 8. Juni 2024 im Universitätsspital Basel, Spitalstrasse 21 statt.Weitere Infos
hier.