Kirchliche Wohnbaugenossenschaft auf den Weg gebracht

Kirchliche Wohnbaugenossenschaft auf den Weg gebracht

Gross­ratssaal Aarau, dichtbe­set­zte Rei­hen: der Kirchenaar­gau trifft sich zur Syn­ode. 131 Vertreter aus den Kirchge­mein­den kann Bernadette Bernasconi, Präsi­dentin der Syn­ode, zur let­zten Sitzung im Jahr 2014 begrüssen. Während noch die Stim­mzettel für die Ersatzwahlen in den Kirchen­rat verteilt und wieder einge­sam­melt wer­den, kommt Bernadette Bernasconi zu einem zen­tralen Trak­tan­dum der Sitzung.Es heisst recht trock­en «Bericht und Antrag des Kirchen­rats an die Römisch-Katholis­che Syn­ode des Kan­tons Aar­gau betr­e­f­fend Zus­tim­mung zur Zeich­nung von Genossen­schaftss­cheinen und Gewährung eines Dar­lehens an die zu grün­dende kirch­liche Wohn­baugenossen­schaft.» Die Annahme des Antrags erfol­gt ohne Diskus­sion und mit gross­er Mehrheit, denn: Das The­ma Wohn­raum ist ein Drän­gen­des und bewegt die Schweiz­er Gesellschaft inten­siv. Wer in den let­zten Monat­en auf Woh­nungssuche war, weiss, wie hart umkämpft und teil­weise uner­schwinglich die weni­gen freien Woh­nun­gen sind. Nicht zulet­zt dass die Car­i­tas das The­ma Wohnen zum The­ma 2014 gemacht hat, zeigt die Dringlichkeit. Einen weit­ere Grund für das ein­deutige Abstim­mungsergeb­nis nen­nt Mar­cel Not­ter, Gen­er­alsekretär der Römisch-Katholis­chen Lan­deskirche Aar­gau: «Das The­ma wurde an der Vorsyn­ode aus­führlich und gut besprochen und disku­tiert.» Vor der Abstim­mung verdeut­lichte Kirchen­rat­spräsi­dent Luc Hum­bel nochmals, wie es zu der Idee ein­er Kirch­lichen Wohn­baugenossen­schaft Aar­gau kam: «Das ist keine komis­che Idee vom Kirchen­rat, son­dern ein Gedanke, der mir während mein­er Arbeit im Kirchen­rat in den let­zten vier Jahren immer wieder aus teil­weise über­raschen­den Eck­en vorgelegt wurde. Nun, wo wir die Idee aus­bauen, kom­men aus Kirchge­mein­den die Rück­mel­dun­gen, warum wir das erst jet­zt auf den Weg brin­gen.»Ein Gedanke berührt viele The­men Die Idee ist es, unter dem Leit­satz «Faires Wohnen» gemein­nützige und preis­gün­stige Woh­nun­gen zu erricht­en. Dies in enger Zusam­me­nar­beit mit Kirchge­mein­den und anderen Inter­essen­ten. Erk­lärtes Ziel neben der Schaf­fung von erschwinglichem und qual­i­ta­tiv gutem Wohn­raum ist es auch, in grösseren Pro­jek­ten beispiel­sweise eine Mehrfach­nutzung wie mit Gemein­schaft­sräu­men, Tagesstät­ten oder Begeg­nungsräu­men und damit gemein­schafts­bildende Mass­nah­men zu ermöglichen. Der Gedanke ein­er Wohn­baugenossen­schaft berühre viele Aspek­te: Neben der Frage nach ein­er sin­nvollen Gel­dan­lage, betr­e­ffe er das Diakoni­ethe­ma Wohnen und den Leg­is­latur-Schw­er­punkt Fam­i­lien­vielfalt und damit den Bere­ich neuer Wohn­for­men und Gen­er­a­tio­nen­sol­i­dar­ität. «Die Arbeits­gruppe, die einge­set­zt wurde, hat sich ver­schieden­ste Pro­jek­te angeschaut und gese­hen, was für span­nende Ansätze und Umset­zun­gen es gibt. Da wollen wir mit dabei sein», führt Luc Hum­bel aus. Vor dem Hin­ter­grund, dass auch rund ein Drit­tel der über 65-jähri­gen in der Schweiz sich ihre Woh­nung nicht leis­ten kön­nten, sei es wichtig, dass die Lan­deskirche sich bie diesem The­ma deut­lich posi­tion­iert und sagt: «Hier engagieren wir uns!»Kein totales Aben­teuer Das Rad wird dabei nicht neu erfun­den. Der Genossen­schafts­gedanke ist nicht neu und auch die Kirche ist nicht erst jet­zt auf den Geschmack gekom­men. In der Stadt Luzern gibt es seit 23 Jahren eine Kirch­liche Wohn­baugenossen­schaft, die mit Erfolg arbeit­et. Es ist also kein totales Aben­teuer, auf das sich die Lan­deskirche ein­lässt. Markus Ursprung, Präsi­dent der Geschäft­sprü­fungskom­mis­sion for­muliert es grif­fig: «Wenn die Wohn­baugenossen­schaft eine Banane wäre, so wäre sie noch sehr grün, denn der Prozess ist erst ange­laufen und wird weit­er­hin inten­siv betreut.» Und Luc Hum­bel ergänzt: «Die Syn­ode hat heute die Auf­gabe der Geburtshil­fe». Diese Hil­fe hat sie ein­deutig geleis­tet. Der näch­ste Schritt ist laut Infofly­er die Grün­dung der Kirch­lichen Wohn­baugenossen­schaft mit dem Leit­satz «Faires Wohnen» im Jan­u­ar 2015. Ein The­ma, das weit­er mit Span­nung ver­fol­gt wird. Anne Burgmer
Redaktion Lichtblick
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