Hinter einer Fassade

Hinter einer Fassade

Bild von Anja auf Pix­abay

Lena ist im Spiel­grup­penal­ter. Sie ist hüb­sch und herzig. Wie in der Spiel­gruppe hat auch sie zuhause Begeis­terung, irgen­det­was mit den anderen zu gestal­ten. So hil­ft sie ihrer Mama Anna zum Beispiel beim Tis­chen oder beim Aufräu­men der Küche.

An einem Woch­enende sagt Anna zu ihr: „Wenn San­dra dann kommt, sag ihr, dass ich nicht zuhause bin! Okay für dich?“ „Ja, Mama, ich tue das gerne!“ antwortet Lena und hüpft vor Freude, dass sie ihrer Mut­ter helfen kann. San­dra gehört zu den eng­sten Kol­legin­nen der Fam­i­lie. Aber manch­mal ist ihr Besuch lästig für die Fam­i­lie, weil sie das meis­tens spon­tan tut, sie bleibt lange und will fast nicht wegge­hen.

Kurz darauf klin­gelt es an der Tür. Lena springt dor­thin und macht die Tür auf. Tat­säch­lich ste­ht San­dra da. Sie umarmt Lena her­zlich und fragt: „Ist deine Mama daheim?“ Darauf antwortet Lena: „Ja, aber Mama hat mir gesagt, ich soll dir sagen, dass sie nicht zuhause ist!“ „Aber ist sie sich­er daheim?“, bohrt San­dra nach. „Ja, ganz sich­er ist Mama zuhause. Komm, sieh mal ihre Füsse!“, antwortet Lena und zeigt die Füsse ihrer Mama, die hin­ter dem Vorhang zwis­chen Wohnz­im­mer und Gäster­aum ver­steckt ste­ht.

„Hal­lo San­dra. Schön, du bist da. Du hast Glück, dass ich noch nicht zum Einkaufen gegan­gen bin,“ ver­sucht Anna ihre Ver­legen­heit offen­siv zu ret­ten. „Aber Mama, du hast nichts vom Einkaufen gesagt! Protestiert Lena. „Ja, deine Mama hat dir das vergessen zu sagen“, inter­ve­niert die Besucherin um Lena zum Schweigen zu brin­gen.

Die Men­schen brauchen oft (Not)Lügen, um sich zu schützen. Denn die Wahrheit tut manch­mal weh. Lügen bleibt doch schädlich für das gegen­seit­ige Ver­trauen. Auch für die kleine Lena! Das Ver­trauen ist die entschei­dende Basis für ein friedlich­es Miteinan­der.

Adolf Büt­tik­er

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