
Erntedank – dankbar für das, was uns trägt
Seit Jahrhunderten bringen Menschen ihre Dankbarkeit für die Ernte vor Gott. Früher entschied eine gute Ernte oft ganz unmittelbar darüber, wie eine Familie oder ein Dorf durch den Winter kam. Heute kaufen die meisten von uns ihre Lebensmittel im Laden – und doch sind auch wir abhängig von der Natur, vom Wetter und von Menschen, die unsere Lebensmittel produzieren. Das hat die grosse Dürre dieses Jahres besonders deutlich gemacht. Ausgetrocknete Böden, Wassermangel und Pflanzen, die unter der anhaltenden Trockenheit leiden, zeigen, wie wenig selbstverständlich Wachstum und Ernte sind.
Vielleicht bekommt Erntedank gerade deshalb in diesem Jahr einen besonderen Klang. Es ist nicht einfach ein Fest der vollen Körbe. Es erinnert daran, das wertzuschätzen, was gewachsen ist – ob viel oder wenig – und sorgsam mit den natürlichen Lebensgrundlagen umzugehen. Dabei reicht der Blick über die Ernte auf den Feldern hinaus. Erntedank kann auch Anlass sein, sich zu fragen: Was durfte in meinem eigenen Leben wachsen und reifen? Was trägt mich? Beziehungen und Freundschaften, Gemeinschaft, Gesundheit, Frieden oder Menschen, die zur richtigen Zeit für uns da sind – auch sie gehören zu jener «Ernte», die sich nicht in Körben sammeln lässt.
Mühlau: Samstag, 19. September, 18 Uhr, musikalisch mitgestaltet vom Rüsstaler Jodelchörli und Oskar Betschart am Schwyzerörgeli.
Sins: Sonntag, 20. September, 10 Uhr, musikalisch mitgestaltet vom Heimatchörli Luzern.
Die Erntedankgottesdienste laden dazu ein, gemeinsam zu feiern, innezuhalten und den Blick auf das zu richten, was uns geschenkt ist. Denn vielleicht ist das die zeitlose Botschaft von Erntedank: Das Wesentliche im Leben ist nicht selbstverständlich.

