Blick nach vorn auf 2045
Maria-Pia Scholl leitete während 20 Jahren das Ressort der anderssprachigen Seelsorge im Kirchenrat der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau. Von links nach rechts: Kirchenratspräsident Pascal Gregor, Maria-Pia Scholl, Synodenpräsident Matthias Schüepp und Kirchenrat Olivier Dinichert.
Bild: © Jeannette Häsler Daffré

Blick nach vorn auf 2045

Kirchenparlament der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau startet das Projekt «Fit für die Zukunft»

In der Kirche geht es nicht weiter wie bisher, jedenfalls nicht mehr lange. Dass die Synodenmitglieder den Kredit für das Projekt «Fit für die Zukunft – Vision 2045 und Strategie der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau» einstimmig genehmigten, zeigt, dass sie dennoch an eine Zukunft der Kirche glauben.

Zu Beginn der Syn­ode sprach Prof. Dr. Hans Licht­stein­er über die «Kirche 2045», die aktuellen, gesellschaftlichen Entwick­lun­gen und The­men, mit denen sich die Kirche jet­zt beschäfti­gen sollte. Licht­stein­er begleit­et das strate­gis­che Pro­jekt «Fit für die Zukun­ft – Vision 2045», für das die Syn­ode den Pro­jek­tkred­it anlässlich dieser Sitzung bewil­ligte. Ziel des Pro­jek­ts ist es, die Lan­deskirche im Aar­gau in ihrer langfristi­gen Aus­rich­tung zu stärken und sie auf gesellschaftliche, finanzielle und pas­torale Verän­derun­gen vorzu­bere­it­en.

Die zen­trale Frage dabei ist: «Was wollen wir erre­ichen und warum?». Erst dann kön­nen wir uns darum küm­mern, wie wir das erre­ichen – unter Berück­sich­ti­gung der unter­schiedlichen regionalen Begeben­heit­en und der Rolle der Lan­deskirche.

Genehmigung des Budgets 2026

Im zweit­en Teil behan­delte die Syn­ode das Bud­get 2026, das einen Aufwandüber­schuss von CHF 360’520 ausweist. Auf der Aufwand­seite wer­den die bere­its ein­geleit­eten Spar­mass­nah­men sicht­bar, wie die Beendi­gung des öku­menis­chen Engage­ments an den Kan­ton­ss­chulen per Ende Schul­jahr 2025 oder die Schlies­sung der Kirchen­musikschule Aar­gau per Mitte 2026. Die Syn­odalen genehmigten das Bud­get 2026 der Lan­deskirche und nah­men den Finanz­plan 2027–2029 zur Ken­nt­nis.

Wahl und feierliche Verabschiedungen

Mar­cel Käp­peli aus Meren­schwand wurde als Ersatzmit­glied für die zurück­tre­tende Madeleine Sen­nrich-Köpfli, Muri, in die Geschäft­sprü­fungskom­mis­sion gewählt. Im Anschluss ver­ab­schiedete die Syn­ode zwei Mit­glieder des Kirchen­rats. Maria-Pia Scholl leit­ete während 20 Jahren das Ressort der ander­ssprachi­gen Seel­sorge, zu dem unter anderem die soge­nan­nten Mis­sio­nen der ital­ienis­chen, spanis­chen, kroat­is­chen, por­tugiesis­chen und alban­is­chen Mit­glieder gehören. Nadia Omar ver­ant­wortete seit 2022 im Kirchen­rat das Ressort Kom­mu­nika­tion, die Kirchen­musikschule und das Pfar­rblatt Licht­blick, ehe­mals Hor­i­zonte, bei dessen Neukonzep­tion sie aktiv mitwirk­te.

Neuorganisationen innerhalb der Verwaltung und Fachstellen

Kirchen­rat­spräsi­dent Pas­cal Gre­gor informierte über die geplanten Neuor­gan­i­sa­tio­nen inner­halb der Ver­wal­tung und der Fach­stellen. Seit dem 1. Novem­ber hat Rebec­ca Benz Fahrni die Stel­lvertre­tung des Gen­er­alsekretärs David Reichart inne. Per Ende Jahr geht der langjährige Leit­er der Fach­stelle Spezialseel­sorge, Hans Niggeli, in den wohlver­di­en­ten Ruh­e­s­tand. Er bleibt der Lan­deskirche noch als Spi­tal-Seel­sorg­er in der PDAG Königs­felden erhal­ten. Die neue Fach­stelle «Spezialseel­sorge und Ander­ssprachi­gen Seel­sorge» wird ab Jan­u­ar von Dorothee Fis­ch­er-Holler­bach und Simon Meier-Spichtig in ein­er Co-Leitung mit einem Pen­sum von je 50 % geleit­et. Sie wer­den sich um die Bere­iche Ander­ssprachi­gen Seel­sorge, Spital‑, Klinik- und Heim­seel­sorge, Men­schen mit Behin­derung, Gehör­losenseel­sorge, Gefäng­nis- und Polizeiseel­sorge sowie Zirkusseel­sorge und Pal­lia­tive Care küm­mern.

2027 sollen die Ange­bote der Fach­stellen Diakonie, Bil­dung und Prop­stei, Katechese–Medien sowie Jugend und junge Erwach­sene in ein­er neuen Fach­stelle mit dem Arbeit­sti­tel «Bil­dung und Beratung» koor­diniert wer­den, Deren Leitung wird dem Gen­er­alsekretär und den Ver­ant­wortlichen des Bis­tums unter­stellt sein.

Synodaler Weg im Bistum Basel

Anto­nia Hasler aus der Bis­tum­sre­gion­alleitung St. Urs informierte über den syn­odalen Prozess, der von Papst Leo XIV fort­ge­führt wird. Rund 20 Per­so­n­en aus der Schweiz nah­men an der Welt­syn­ode vom 24. bis 26. Okto­ber 2025 in Rom teil. Dort set­zten sich Vertreterin­nen und Vertretern aller Bistümer der Welt unter anderem für die Dezen­tral­isierung und das Frauen­di­akonat ein. Als näch­ster Schritt find­et am 5. und 6. März 2026 in Bern die vierte syn­odale Ver­samm­lung des Bis­tums Basel statt, an der die The­men der Vor­jahre wieder aufgenom­men wer­den. Mit der Ini­tia­tive «PEP to go – for wis­er action» stellt das Bis­tum darüber hin­aus ein prax­is­na­h­es Weit­er­bil­dungsange­bot für pas­torale Mitar­bei­t­ende, Frei­willige und Ehre­namtliche bere­it. Die Work­shops unter­stützen kirch­lich Engagierte dabei, Antworten für ihre Arbeit vor Ort zu find­en, Ideen weit­erzuen­twick­eln und den syn­odalen Weg konkret in der Prax­is umzuset­zen.

Anste­hende Jubiläums­fes­tiv­itäten

In den kom­menden Jahren ste­hen Jubiläums­fes­tiv­itäten an: 2026 feiert die Prop­stei Wis­likofen ihr 50-jähriges Beste­hen als Bil­dungszen­trum und Sem­i­narho­tel der Römisch-Katholis­chen Lan­deskirche. In Baden wird «500 Jahre Baden­er Dis­pu­ta­tion» öku­menisch mit vie­len Ver­anstal­tun­gen, Talks und einem Fes­takt am 31. Mai 2026 im Bei­sein von Bun­de­spräsi­dent Guy Parmelin gefeiert. Im Jahr 2027 feiern das Kloster Muri sein 1000-jähriges und das Kloster Wet­tin­gen sein 800-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass organ­isiert der Kan­ton Aar­gau mit der Lan­deskirche ein kan­tonales The­men­jahr «Kloster­jahr 2027» mit dem Ziel, die Aar­gauer Klöster als Orte der Kul­tur, der Reli­giosität, der Spir­i­tu­al­ität, aber auch der Gemein­schaft, Bil­dung und Macht kan­ton­al und nation­al bekan­nt zu machen.

Jeannette Häsler
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