Schweizergarde zu Besuch beim Landeskirchenparlament
Landeskirchenparlament rkk BL
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Schweizergarde zu Besuch beim Landeskirchenparlament

Das Landeskirchenparlament der Römisch-katholischen Landeskirche Basel-Landschaft hat die Jahresrechnung 2025 mit einem Mehrertrag von rund 323'000 Franken genehmigt. Neben den ordentlichen Geschäften stand der Besuch des Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde im Zentrum der Sitzung.

Am 10. Juni trat das Lan­deskirchen­par­la­ment der Römisch-katholis­chen Lan­deskirche Basel-Land­schaft zu sein­er ersten Sitzung des Jahres zusam­men. Unter der Leitung der Vor­sitzen­den Béa­trix von Sury d’Aspremont nah­men 68 Abge­ord­nete teil. Als Gäste begrüsste das Par­la­ment Christoph Graf, Kom­man­dant der Päp­stlichen Schweiz­er­garde im Vatikan, sowie Romano Pelosi, Präsi­dent der Vere­ini­gung ehe­ma­liger Päp­stlich­er Schweiz­er­gardis­ten der Sek­tion Region Basel.

Besinnlicher Auftakt und neue Parlamentarier

Nach einem besinnlichen Ein­stieg durch Bischofsvikar Valen­tine Kole­doye gedachte die Ver­samm­lung mit ein­er Schweigeminute des am sel­ben Tag ver­stor­be­nen Intellek­tuellen Jean Ziegler. Anschliessend legten vier neue Abge­ord­nete ihr Amts­gelübde ab.

Personelle Veränderungen und Bauprojekt «Alles unter einem Dach»

Lan­deskirchen­rat­spräsi­dent Ivo Corvi­ni-Mohn informierte über die erfol­gre­iche Neube­set­zung der Klinikseel­sorge in der Reha-Klinik für Neu­rore­ha­bil­i­ta­tion und Para­ple­gi­olo­gie in Basel. Auch die vakante Stelle im Fach­bere­ich Spir­i­tu­al­ität kon­nte beset­zt wer­den.

Zudem berichtete er über das Pro­jekt «Alles unter einem Dach». Geplant ist der Bau eines neuen Ver­wal­tungs­ge­bäudes, das kün­ftig sowohl pas­torale als auch staatskirchen­rechtliche Stellen beherber­gen soll. Durch die räum­liche Nähe erhof­fen sich die Ver­ant­wortlichen Syn­ergien und eine vere­in­fachte Zusam­me­nar­beit. Bischofsvikar Valen­tine Kole­doye betonte, dass dadurch die Koor­di­na­tion der Fach­bere­iche erle­ichtert und die Unter­stützung der Pas­toral­räume verbessert wer­den könne.

Synodaler Prozess und Missbrauchsprävention

Valen­tine Kole­doye berichtete ausser­dem von der vierten syn­odalen Ver­samm­lung, die im März in Bern stat­tfand. Im Zen­trum sein­er Aus­führun­gen standen die neu einge­führten Assess­ments für ange­hende Seel­sor­gende. Diese wur­den von der Schweiz­er Bischof­skon­ferenz, der Römisch-Katholis­chen Zen­tralkon­ferenz und der Kon­ferenz der Ordens­ge­mein­schaften als Mass­nahme zur Miss­brauch­spräven­tion beschlossen.

In der Pilot­phase wur­den bere­its 72 Assess­ments durchge­führt. Kün­ftig sollen sie in ein­er frühen Aus­bil­dungsphase verbindlich­er Bestandteil der Beruf­se­in­führung wer­den.

Auch in der Bis­tum­sleitung ste­hen Verän­derun­gen an: Gen­er­alvikar Markus Thürig tritt in den Ruh­e­s­tand. Seine Nach­folge übern­immt Rue­di Heim.

Unterstützung für Religionsunterricht und diakonische Projekte

Hans Port­mann von der Ver­wal­tung der Lan­deskirche informierte über 21 einge­gan­gene Gesuche zur Förderung des Reli­gion­sun­ter­richts an Schulen sowie über 19 Gesuche für diakonis­che Pro­jek­te. Die Möglichkeit, entsprechende Unter­stützungs­ge­suche einzure­ichen, war an der let­zten Par­la­mentssitzung beschlossen wor­den und wird nun erst­mals umge­set­zt.

Susanne Salvi, Lei­t­erin der Stab­sstelle Kom­mu­nika­tion und Öffentlichkeit­sar­beit, gab bekan­nt, dass die Lan­deskirche nach ein­er Eval­u­a­tion auf eine weit­ere Teil­nahme an der «Lan­gen Nacht der Kirchen» verzicht­en werde. Auss­chlaggebend seien die geringe Beteili­gung und der hohe organ­isatorische Aufwand gewe­sen. Zudem ver­wies sie auf die Sendung «Wortwech­sel» mit Bischofsvikar Valen­tine Kole­doye und Kar­di­nal Kurt Koch.

Rekru­tierung neuer Gardis­ten am Kloster­markt im Zürcher Haupt­bahn­hof im Juni 2025. Bild © Eva Meien­berg

Schweizergarde dankt für Unterstützung

Die Römisch-katholis­che Lan­deskirche Basel-Land­schaft unter­stützt die Gardes­tiftung der Päp­stlichen Schweiz­er­garde zwis­chen 2024 und 2027 mit jährlich 60’000 Franken. Die Beiträge kom­men unter anderem der beru­flichen Vor­sorge der Gardis­ten, famil­iären Unter­stützungsleis­tun­gen sowie der Wiedere­ingliederung in den Schweiz­er Arbeits­markt zugute.

Christoph Graf, seit 40 Jahren Mit­glied der Schweiz­er­garde und heute deren Kom­man­dant, bedank­te sich für die Unter­stützung und gewährte Ein­blicke in den All­t­ag der Garde.

Jubiläum, Familienleben und Nachwuchssorgen

Im kom­menden Jahr feiert die Schweiz­er­garde ihr 500-jähriges Beste­hen. Gle­ichzeit­ig soll der Spaten­stich für die neue Kaserne erfol­gen.

Graf erin­nerte an die grosse Wertschätzung, die Papst Franziskus der Schweiz­er­garde ent­ge­gen­brachte. Auf dessen Ini­tia­tive hin kon­nte der Sollbe­stand auf 135 Gardis­ten erhöht wer­den. Zudem wur­den die Bedin­gun­gen für eine Heirat gelock­ert: Gardis­ten dür­fen heute nach fünf Dien­st­jahren und ab dem Alter von 25 Jahren heirat­en. Inzwis­chen leben 28 ver­heiratete Gardis­ten mit ihren Fam­i­lien in Rom und sor­gen für zusät­zliche Kon­ti­nu­ität inner­halb der Truppe.

Trotz dieser pos­i­tiv­en Entwick­lun­gen bleibt die Rekru­tierung eine Her­aus­forderung. Die Garde hat weit­er­hin Schwierigkeit­en, genü­gend junge Män­ner für den zwei­jähri­gen Dienst zu gewin­nen.

Ehemalige Gardisten engagieren sich für den Nachwuchs

Romano Pelosi, selb­st ehe­ma­liger Gardist, stellte die Aktiv­itäten der Vere­ini­gung ehe­ma­liger Schweiz­er­gardis­ten in der Region Basel vor. Der Vere­in zählt rund 80 ehe­ma­lige Gardis­ten sowie einige Ehren­mit­glieder und wid­met sich vor allem der Pflege der Kam­er­ad­schaft.

«Ein­mal Gardist, immer Gardist», fasste Pelosi das Selb­stver­ständ­nis der Vere­ini­gung zusam­men. Die Mit­glieder tre­f­fen sich mehrmals jährlich zu gemein­samen Anlässen sowie bei Hochzeit­en und Beerdi­gun­gen.

Der Poli­tik­wis­senschaftsstu­dent engagiert sich zudem in der Öffentlichkeit­sar­beit der Schweiz­er­garde. Mit Auftrit­ten an Beruf­smessen, Besuchen im Fir­munter­richt und per­sön­lich­er Wer­bung möchte er dazu beitra­gen, neue Kan­di­dat­en für den Dienst im Vatikan zu gewin­nen.

Nach den Gas­tre­fer­at­en wid­mete sich das Par­la­ment den statu­tarischen Geschäften.

Jahresrechnung 2025 schliesst mit Überschuss

Das Lan­deskirchen­par­la­ment genehmigte die Jahres- und Rechen­schafts­berichte sowie die Jahres­rech­nung 2025. Diese schloss mit einem Mehrertrag von 323’042 Franken ab.

Lan­deskirchen­rat Ser­gio Marel­li führte das pos­i­tive Ergeb­nis vor allem auf höhere Steuere­in­nah­men juris­tis­ch­er Per­so­n­en sowie tief­ere Per­son­alkosten auf­grund unbe­set­zter Stellen zurück. Die Ein­nah­men aus der Kirchen­s­teuer juris­tis­ch­er Per­so­n­en seien volatil, zeigten jedoch einen leicht steigen­den Trend. Gle­ichzeit­ig gin­gen die Kirchen­s­teuere­in­nah­men natür­lich­er Per­so­n­en weit­er­hin kon­tinuier­lich zurück.

Zustimmung zu Leistungsvereinbarungen und Verpflichtungskrediten

Ein­stim­mig ver­längerte das Par­la­ment die Leis­tungsvere­in­barung mit dem Kan­ton Basel-Land­schaft für die von der Lan­deskirche betriebene Ehe- und Part­ner­schafts­ber­atung. Der kan­tonale Beitrag beläuft sich weit­er­hin auf jährlich 30’000 Franken.

Mit gross­er Mehrheit genehmigte die Ver­samm­lung zudem den Verpflich­tungskred­it sowie die Trägervere­in­barung mit der Car­i­tas bei­der Basel für die Jahre 2027 bis 2029. Die Lan­deskirche wird dafür jährlich 250’000 Franken bere­it­stellen.

Eben­falls Zus­tim­mung erhielt die Vere­in­barung mit der Römisch-katholis­chen Syn­ode des Kan­tons Solothurn zur Finanzierung der ital­ienis­chsprachi­gen Mis­sio­nen in den Bezirken Dor­neck und Thier­stein. Die Zusam­me­nar­beit wird um weit­ere drei Jahre bis 2029 ver­längert. Die jährlichen Beiträge betra­gen 55’000 Franken.

Abschluss mit einem Papst-Zitat

Zum Ende der Sitzung ver­ab­schiedete Vor­sitzende Béa­trix von Sury d’Aspremont die Anwe­senden mit einem Zitat von Papst Leo XIV.: «Alles Gute für Euch alle!»

Eva Meienberg
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