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Politik und Kirchen
Wie so vieles ist auch das Verhältnis zwischen Politik und Kirche in der Schweiz kantonal verschieden. Aus verschiedenen Gründen kommt es zunehmend unter Druck: Migration, Kirchenaustritte und die religiöse Vielfalt der Menschen, die in der Schweiz leben.
In welchem Verhältnis stehen in der Schweiz die Politik und die Kirchen?
Das Verhältnis von Politik und Kirchen ist in der Schweiz vor allem eines: kantonal verschieden. Wie in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens haben alle Kantone ihre historisch gewachsenen Regelungen – und diese unterscheiden sich erheblich. Sie reichen vom laizistischen Modell in Neuenburg und Genf, wo Kirche und Staat strikt getrennt sind, über die enge Verflechtung in katholisch geprägten Kantonen wie Uri oder Wallis bis zur Mehrheit der deutschsprachigen Kantone.
Dort gilt häufig das Modell der sogenannten «hinkenden Trennung»: Kirche und Staat sind zwar formal getrennt, kooperieren aber in gemeinsamen Interessenbereichen wie Seelsorge oder Religionsunterricht seit Jahrzehnten eng. Einige Kantone kennen zudem die Anerkennung von Religionsgemeinschaften, die damit definierte Rechte und Pflichten übernehmen.
Unter Druck geraten diese gewachsenen Strukturen durch die veränderte Religionslandschaft: Migration, Kirchenaustritte und die Pluralisierung der religiösen Landschaft stellen Bund und Kantone vor die Aufgabe, Religionsfreiheit für alle Traditionen gleichermassen zu garantieren – und dabei bewährte Kooperationsmodelle neu zu justieren.
Die Frage wurde mit der Bitte gestellt, den Namen der Fragestellerin nicht zu veröffentlichen. Die Antwort kommt von David Atwood. Er ist Assistenzprofessor für Religion und Öffentlichkeit an der Universität Zürich und geschäftsführender Direktor des Zentrums für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP). Zuvor war er Koordinator für Religionsfragen im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt.
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