Seelsorge für Sexarbeiterinnen geht weiter
Das Kirchenparlament der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt tagte am 24. Septembers 2024 in der Pfarrei St. Anton, Kannenfeld.
Bild: © zVg RKK

Seelsorge für Sexarbeiterinnen geht weiter

Synode BS sagt Ja zu Seelsorge im Tabubereich und Unterhaltsarbeiten in St. Michael

Die Synode der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt (RKK BS) hat den Vertrag für die Seelsorge im Tabubereich um weitere drei Jahre verlängert. Zustimmung gab es auch für Unterhaltsarbeiten in der Kirche St. Michael.

Die seit 2016 beste­hende «SiTa — Seel­sorge im Tabu­bere­ich» bietet Sexar­bei­t­erin­nen einen geschützten Raum, wo sie Seel­sorge in Anspruch nehmen kön­nen. Der Glaube sei für viele Frauen, die im Sexgewerbe tätig sind, ein wichtiges Ele­ment, sagte Sarah Biot­ti, Lei­t­erin Spezialseel­sorge im Pas­toral­raum Basel-Stadt. Die gemein­same Träger­schaft des Fach­bere­ichs SiTa ist seit 2022 in einem befris­teten Ver­trag geregelt. Diesen galt es nun um weit­ere drei Jahre (ab 1.1.2025) zu ver­längern. Die Basel­bi­eter Syn­ode hat­te bere­its im Juni ein­er Ver­längerung zuges­timmt.

Vieles sei seit der Grün­dung der SiTa gle­ichge­blieben, zugenom­men habe allerd­ings die Schnel­llebigkeit, sagte Biot­ti. Neu läuft ein Pilot­pro­jekt, in dem ein Frei­williger die Seel­sorg­erin auf ihren Rundgän­gen durch die Salons begleit­et und Gespräche mit Freiern anbi­etet. Die Ver­längerung des SiTa-Ver­trags wurde mit grossem Mehr genehmigt. Für die Finanzierung des gemein­samen Fach­bere­ichs stellen die Lan­deskirchen Basel-Land­schaft und Basel-Stadt jährlich 48’000 Franken (46’000 Franken Per­son­alkosten des 40%-Pensums; 2’000 Franken Sachkosten) zur Ver­fü­gung.

Ja zu Unterhaltsarbeiten in St. Michael

Unbe­strit­ten war auch die Ent­nahme von knapp 400’000 Franken aus den Bau­re­ser­ven für Unter­halt­sar­beit­en in der Kirche St. Michael im Basler Hirzbrun­nen­quarti­er. Vor elf Jahren scheit­erten Pläne des Kirchen­rats für eine Neuüber­bau­ung am Wider­stand gegen den Abriss der Michael­skirche. Aktuell wird die Michael­skirche vor allem von der kroat­is­chen Mis­sion genutzt. Zudem wer­den die Reformierten nach dem Abriss der Markuskirche in St. Michael Gottes­di­enst feiern.

Der Kirchen­rat sei der Überzeu­gung, dass die Kirche in den näch­sten 20 Jahren noch gut aus­genutzt sein werde, sagte Kirchen­rat­spräsi­dent Chris­t­ian Griss. Bei den geplanten Bauar­beit­en han­dle es sich nicht um eine Sanierung, son­dern um Unter­halt­sar­beit­en an der äusseren Gebäude­hülle und im Innern der Kirche.  Für die RKK BS entste­hen dabei Kosten von net­to knapp 400’000 Franken. Die Denkmalpflege wird sich mit voraus­sichtlich 51’350 Franken beteili­gen. Der Beitrag der Pfar­rei St. Clara beläuft sich auf knapp 70’000 Franken.

Beitrag zu Basler Klimazielen

In ein­er Inter­pel­la­tion hat Wern­er Pachinger (Frak­tion St. Clara) nach Möglichkeit­en gefragt, wie die RKK BS einen Beitrag zur Erre­ichung der basel-städtis­chen Kli­maziele (Net­to-Null bis 2037) leis­ten könne. Die von Pachinger vorgeschla­gene Option eines Fonds habe viele Nachteile, sagte Kirchen­rat­spräsi­dent Griss in der Beant­wor­tung des Vorstoss­es. Ein Fonds mit Zweckbes­tim­mung Kli­maschutz würde Mit­tel sper­ren, ohne dass man den Bedarf kenne. Die Umwid­mung eines bere­its beste­hen­den Fonds sei nicht zuläs­sig, da der vorgegebene Zweck bindend sei. Das The­ma Nach­haltigkeit komme in der RKK BS primär beim Unter­halt der Liegen­schaften zum Tra­gen und fliesse in die Rück­stel­lun­gen für Baupro­jek­te ein.

Regula Vogt-Kohler
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