500 Jahre Badener Disputation (1526 — 2026)

500 Jahre Badener Disputation (1526 — 2026)

Hoff­nung, Liebe, Frieden und Zukun­ft im Zen­trum des Fes­tak­tes

Das Jubiläum fand Ende Mai seinen feier­lichen Abschluss in einem Fes­tumzug, einem öku­menis­chen Gottes­di­enst und einem offiziellen Fes­takt. Rund 300 geladene Gäste, ange­führt von Bun­de­spräsi­dent Guy Parmelin und Alt-Bun­desrätin Doris Leuthard, zogen von der reformierten Kirche durch die Baden­er Innen­stadt zur Stadtkirche, gesäumt von zahlre­ichen Schaulusti­gen. Neben zahlre­ich­er Polit- und Kirchen­promi­nenz ver­liehen auch ehe­ma­lige Schweiz­er­gardis­ten, Zün­fte und Jugend­ver­bände dem Anlass einen würdi­gen Rah­men.

Ein kon­struk­tives Miteinan­der

Ein Höhep­unkt der Feier war, als ein Bild von tiefer Sym­bol­kraft in die Höhe gezo­gen wurde: eine grosse Frieden­staube, gestal­tet von Jugendlichen unser­er Pfar­rei in einem Work­shop des Vere­ins Urban Art Baden unter der Leitung der Kün­st­lerin Taina. Als es sich vor den Augen der Anwe­senden ent­fal­tete, erfüllte seine stille Wirkung den Raum der Baden­er Stadtkirche. Auch ent­ging dem Pub­likum nicht, dass sich unser Seel­sorg­er und Gemein­deleit­er Clau­dio Tomassi­ni und der reformierte Pfar­rer Res Peter her­zlich umarmten. Wo sich vor 500 Jahren während der Baden­er Dis­pu­ta­tion von 1526 die Kon­fes­sio­nen unver­söhn­lich auf zwei getren­nten Kanzeln gegenüber­standen, regiert heute die Ökumene. In der bis auf den let­zten Platz gefüll­ten Kirche gipfelte der Gottes­di­enst in der Urauf­führung des «Friedenslieds aus Baden», einem Gemein­schaftswerk von Jens Hoff­mann (Musik) und Jacque­line Keune (Text).

Im Zeichen von Frieden und Ver­söh­nung

Der anschliessende Fes­takt wurde durch die Ansprachen der promi­nen­ten Gäste ein­geleit­et. Guy Parmelin und Doris Leuthard set­zten in ihren Reden die geschichtlichen Ereignisse in Bezug zu den aktuellen glob­alen Her­aus­forderun­gen. Die schweiz­erische Ver­ständi­gungskul­tur ist für Parmelin das Fun­da­ment für Wohl­stand und Sicher­heit – und die Basis für das weltweite Engage­ment unseres Lan­des. Dass religiöse Dif­feren­zen heute kaum noch eine Rolle spie­len, illus­tri­erte er anek­do­tisch: Er selb­st habe als Reformiert­er eine Katho­likin geheiratet. Stad­tam­mann Markus Schnei­der wandte sich mit ein­er wohlwol­len­den Gruss- und Dankes­botschaft der Stadt Baden an die ver­sam­melte Fest­ge­meinde.

Frieden kun­stvoll insze­niert

Zwis­chen­zeitlich hat­te sich der Altar­raum in eine kleine Bühne ver­wan­delt. Unter der char­man­ten Mod­er­a­tion der Baden­er Schaus­pielerin Isabelle Anne Küng ent­fal­tete sich ein viel­seit­iges Pro­gramm: Die Kidz­Com­pa­ny Break­ing Waves set­zte mit einem dynamis­chen Frieden­stanz einen mod­er­nen, jugendlichen Akzent, während die Bal­lettschule von Christi­na Szege­di das Pub­likum mit ein­er anmuti­gen Dar­bi­etung berührte. Für eine feier­liche Prise Heimat­ge­fühl sorgte die Fah­nen­schwinger-Vere­ini­gung der Nord­westschweiz. Eine weit­ere akustis­che Freude war der Auftritt der Sopranistin Deb­o­rah Leonet­ti, die mit ihrem Gesang von der his­torischen Kanzel aus den Raum erfüllte.

Zum gesel­li­gen Teil ging es naht­los auf dem Kirch­platz über. Beim Apéro wurde angeregt miteinan­der gesprochen und «dis­putiert». Und die von einem Team geflüchteter Men­schen zubere­it­ete «Friedenssuppe» fand grossen Anklang − damit wurde ein schönes und dem Anlass würdi­ges Zeichen der Gast­fre­und­schaft und Inte­gra­tion geset­zt.


Ein riesiges Dankeschön allen Mitwirk­enden, Helfend­en, den Gästen und vor allem auch dem Organ­i­sa­tion­skomi­tee, das mit seinem uner­müdlichen Ein­satz einen unvergesslichen Anlass ermöglicht hat!

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