Wenn das Leben eine zweite Chance bekommt…

Jed­er ken­nt das: Man macht Fehler, trifft falsche Entschei­dun­gen oder sagt Dinge, die man später bereut. Dann fragt man sich: Gibt es einen Neuan­fang? Genau davon erzählen die Lebens­geschicht­en der Apos­tel Petrus und Paulus, deren Fest die Kirche am 29. Juni feiert: Gott schenkt den Men­schen immer wieder die Möglichkeit zu einem Neuan­fang.

Petrus war ein­er der eng­sten Fre­unde von Jesus. Er ver­sprach, immer zu ihm zu ste­hen. Doch als Jesus ver­haftet wurde, bekam er Angst und ver­leugnete ihn dreimal. Viele ken­nen solche Sit­u­a­tio­nen: Man schweigt aus Angst oder han­delt nicht so, wie man eigentlich sollte. Aber Jesus gab Petrus nicht auf. Nach sein­er Aufer­ste­hung fragte er ihn dreimal: „Lieb­st du mich?“ (Joh 21,15–17). Damit schenk­te er ihm neues Ver­trauen und einen neuen Auf­trag. Aus dem ängstlichen Petrus wurde ein mutiger Zeuge des Glaubens.  

Auch Paulus bekam eine zweite Chance. Am Anfang war er gegen die Chris­ten und ver­fol­gte sie. Doch auf dem Weg nach Damaskus begeg­nete ihm Jesus und fragte: „Saul, Saul, warum ver­fol­gst du mich?“ (Apg 9,4). Diese Begeg­nung verän­derte sein Leben. Paulus erkan­nte, dass er einen neuen Weg ein­schla­gen musste. Er begann, an Jesus zu glauben, und set­zte sich von da an für die Botschaft des Evan­geli­ums ein.

Ger­ade heute, wo Men­schen oft auf ihre Fehler reduziert wer­den, machen Petrus und Paulus Mut. Sie zeigen: Nie­mand ist für immer auf seine Ver­gan­gen­heit fest­gelegt. Gott sieht immer die Möglichkeit eines neuen Anfangs. Darum sind sie bis heute Vor­bilder. Ihr Leben erin­nert uns daran, dass Verge­bung, Verän­derung und Hoff­nung stärk­er sind als jedes Ver­sagen. Denn nicht unsere Fehler bes­tim­men unsere Zukun­ft, son­dern die Bere­itschaft, wieder aufzuste­hen und Gott zu ver­trauen.

Gre­go­ry Pol­ishet­ti, Lei­t­en­der Priester

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