Warum wir am 2. Februar ​Kerzen segnen
Bild: © Stefan Kroeger auf unsplash

Warum wir am 2. Februar ​Kerzen segnen

Vielle­icht ken­nen einige von euch die Szene aus dem Luka­se­van­geli­um: Maria und Josef brin­gen den neuge­bore­nen Jesus in den Tem­pel. Dort begeg­nen ihnen Sime­on und Han­na. Es ist zu lesen, dass die bei­den sofort merken, dass Jesus kein gewöhn­lich­es Baby ist. Sie beken­nen Jesus als den ver­heis­se­nen Erlös­er. Auf diesem Zeug­nis grün­det das Hochfest, das die katholis­che Kirche am 2. Feb­ru­ar feiert: «Die Darstel­lung des Her­rn», vielerorts auch als «Mar­iä Lichtmess» bekan­nt.

Woher kommt dieser zweite Name? Die frühe Kirche feierte das Fest in Jerusalem seit dem vierten Jahrhun­dert. Der Besuch des Tem­pels wurde als erster Einzug Jesu in Jerusalem ange­se­hen. Ana­log zum Einzug an Palm­son­ntag, bei dem die Men­schen Jesus mit Palmzweigen begrüsst haben sollen, began­nen die Gläu­bi­gen ab dem siebten Jahrhun­dert, dieses ersten Einzuges mit Licht­prozes­sio­nen zu gedenken. Die Kerzen, mit denen die Men­schen das erste Kom­men Jesu nach Jerusalem sym­bol­isch begleit­eten, wur­den speziell für dieses Fest gewei­ht. Das Kerzenseg­nen war der Grund, weshalb das Fest in der west­lichen Kirche «Mar­iä Lichtmess» ­genan­nt wurde.

«Lichtmess» ist ver­ständlich, aber warum «Mar­iä»? Das liegt daran, dass lange die Reini­gung Marias im Mit­telpunkt des Festes stand. Frauen gal­ten nach dem jüdis­chen Gesetz 40 Tage nach der Geburt eines Jun­gen als unrein und neben dem Kind sollte die Mut­ter – zur Reini­gung – in den Tem­pel kom­men. So auch Maria.

Die Licht­sym­bo­l­ik spielt bei diesem Fest bis heute eine wichtige Rolle. In den Gottes­di­en­sten wer­den alle Kerzen, die im Jahr im Kirchen­be­trieb benötigt wer­den, geseg­net. In manchen Pfar­reien brin­gen die Men­schen auch ihre Kerzen von zuhause mit, damit sie geseg­net wer­den.

Aus Sime­ons Aus­ruf ​wird ein Nacht­ge­bet

Sime­on ist bere­its sehr alt, als er Jesus als Baby im Tem­pel sieht. Er hat­te eine Weis­sa­gung bekom­men, dass er erst ster­ben werde, wenn er dem Mes­sias begeg­net ist. Als sich seine Hoff­nung erfüllt, singt er ein Loblied: «Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden schei­den. Denn meine Augen haben das Heil gese­hen, das du vor allen Völk­ern bere­it­et hast, ein Licht, das die Hei­den erleuchtet, und Her­rlichkeit für dein Volk Israel.» Daraus ent­stand später das Nacht­ge­bet «Nunc dimit­tis».​ Eine Ver­sion aus Taizé kön­nt ihr euch hier anhören.

Leonie Wollensack
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