Sentimental Value
Bild: © Frenetic Films

Sentimental Value

«Ob sich ein Haus wohler fühlt, wenn jemand darin lebt oder wenn es leer ste­ht?», fragte sich Nora in einem Schu­lauf­satz, den sie mit zwölf schrieb. Das alte Eltern­haus in Oslo, seit Gen­er­a­tio­nen im Besitz der Fam­i­lie, trägt Erin­nerun­gen wie Tape­ten an seinen Wän­den. Nora und ihre Schwest­er Agnes wuch­sen dort mit ihrer Mut­ter auf; der Vater Gus­tav, ein gefeiert­er Filmemach­er, ent­fer­nte sich früh und stellte seine Kun­st über die Fam­i­lie. Nach dem Tod der Mut­ter kehrt er zurück.

«Sen­ti­men­tal Val­ue» erzählt von ein­er ent­fremde­ten Fam­i­lie, deren Mit­glieder mehr verbindet, als sie zugeben. Agnes, His­torik­erin, fand Halt in ihrer eige­nen Fam­i­lie; Nora wurde Schaus­pielerin und ver­ar­beit­ete ihre wider­sprüch­lichen Gefüh­le auf der Bühne. Als Gus­tav ihr die Haup­trol­le in einem auto­bi­ografisch gefärbten Film anbi­etet, lehnt sie zunächst ab. Doch das gemein­same Eltern­haus wird zum Film­set – und zum Ort ein­er möglichen Ver­söh­nung.

«Sen­ti­men­tal Val­ue»; Nor­we­gen, 2025; Regie: Joachim Tri­er; Beset­zung: Elle Fan­ning, Renate Reinsve, Stel­lan Skars­gard

Kinos­tart: 11. Dezem­ber

Eva Meienberg
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