
Da für alle
Morgen ist Redaktionsschluss des Pfarrblattes. Um in Ruhe an den Texten zu arbeiten, bin ich früher im Sekretariat als sonst. Da kommt bereits der Sakristan mit der Bitte, die Stadtpolizei zu informieren, dass sie heute wegen einer Beerdigung auf dem Kirchenparkplatz keine Kontrollen durchführen soll. Und ebenfalls unüblich früh telefoniert der Pfarrer, um den heutigen Tag zu besprechen.
Dann ist es Zeit, den Schalter zu öffnen und das Telefon zu bedienen – und ich habe noch nicht einmal angefangen, den Bericht über die Reise der Minis zu schreiben. Dann steht ein Mann am Schalter – verschwitzt und ungepflegt. Der Mann wünscht einen Eintrag in seinem Pilgerpass und erzählt ausschweifend von seiner Wanderung. Bereits steht die nächste Besucherin am Schalter. Sie ist ein regelmässiger Gast und fragt nach einem Migros-Gutschein.
Ein nochmaliger Versuch, am Bericht zu schreiben, scheitert, da die Gemeinde einen Todesfall meldet. Ich beginne sofort mit der Organisation und frage den Seelsorger an, reserviere die Kirche, biete den Organisten auf… Eine kurze Mittagspause reicht, um mit neuem Elan das Projekt Pfarrblatt anzugehen. Die telefonische Anfrage nach einem Taufschein für Brautleute hält mich wiederum davon ab. So geht es weiter bis sich dann um 17 Uhr meine Arbeitskollegen/innen in den Feierabend verabschieden. Ich schliesse den Schalter, aktiviere den Telefonbeantworter, um mich endlich den Texten für das Pfarrblatt zu widmen.