Buona domenica!*
Domenica Continisio Holenstein
Bild: © zvg

Buona domenica!*


Ja, mein Vor­name ist Domeni­ca und heisst über­set­zt aus dem Ital­ienis­chen Son­ntag. Nein, ich bin nicht an einem Son­ntag geboren. Und ja, als Kind wurde ich wegen diesem frem­den Namen immer wieder gehänselt. Ich habe mich jedoch seit langem mit meinem Tauf­na­men ver­söh­nt. Heute schätze ich ihn. Er erin­nert mich an meine südi­tal­ienis­che Gross­mut­ter und an den heili­gen Dominikus, nach denen ich benan­nt wurde.

In unser­er Welt hat der Son­ntag als Ruhetag einen hohen Stel­len­wert. Das beschäftigt mich, denn ich erlebe längst nicht jeden Son­ntag als ruhi­gen Tag. Immer wieder treiben mich ver­schiedene Gedanken und Fra­gen um: Was soll man am Son­ntag ruhen lassen? Verpflich­tun­gen und Arbeit? Und wer darf ruhen? Ruhetag hin oder her: In unseren Bre­it­en­graden ste­ht an diesem bib­lis­chen siebten Tag die Welt nicht still. Wer übern­immt jew­eils son­ntags all die Care-Arbeit? Die medi­zinis­che Ver­sorgung? Wer küm­mert sich um Sicher­heit? Wer organ­isiert die vie­len kul­turellen und sportlichen Ver­anstal­tun­gen? Und wer schafft im christlichen Umfeld die kirch­lichen und feier­lichen Ange­bote?

Trotz­dem freue ich mich regelmäs­sig auf diesen, «meinen» Wochen­tag. Ich freue mich auf fre­undliche Stun­den in der Fam­i­lie, auf entspan­nte Spaziergänge in der Natur und Zeit, für all das, was an Werk­ta­gen zu kurz kommt. In diesem Sinne: «Buona domeni­ca!»

*(ital­ienis­ch­er Son­ntagswun­sch)

Domenica Continisio Holenstein
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