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Buona domenica!*
Ja, mein Vorname ist Domenica und heisst übersetzt aus dem Italienischen Sonntag. Nein, ich bin nicht an einem Sonntag geboren. Und ja, als Kind wurde ich wegen diesem fremden Namen immer wieder gehänselt. Ich habe mich jedoch seit langem mit meinem Taufnamen versöhnt. Heute schätze ich ihn. Er erinnert mich an meine süditalienische Grossmutter und an den heiligen Dominikus, nach denen ich benannt wurde.
In unserer Welt hat der Sonntag als Ruhetag einen hohen Stellenwert. Das beschäftigt mich, denn ich erlebe längst nicht jeden Sonntag als ruhigen Tag. Immer wieder treiben mich verschiedene Gedanken und Fragen um: Was soll man am Sonntag ruhen lassen? Verpflichtungen und Arbeit? Und wer darf ruhen? Ruhetag hin oder her: In unseren Breitengraden steht an diesem biblischen siebten Tag die Welt nicht still. Wer übernimmt jeweils sonntags all die Care-Arbeit? Die medizinische Versorgung? Wer kümmert sich um Sicherheit? Wer organisiert die vielen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen? Und wer schafft im christlichen Umfeld die kirchlichen und feierlichen Angebote?
Trotzdem freue ich mich regelmässig auf diesen, «meinen» Wochentag. Ich freue mich auf freundliche Stunden in der Familie, auf entspannte Spaziergänge in der Natur und Zeit, für all das, was an Werktagen zu kurz kommt. In diesem Sinne: «Buona domenica!»
*(italienischer Sonntagswunsch)