Bruder Klaus
Bruder Klaus
© Werner Rolli

Bruder Klaus

Am 25. September ist sein Gedenktag

Für viele Menschen ist Bruder Klaus Ratgeber und Vorbild. Weltweit gibt es über 200 Kirchen und Kapellen, die ihm geweiht sind. Auch im Lichtblick-Gebiet sind sie zu finden. Seelsorgende aus den Pfarreien berichten, was ihnen ihr Patron bedeutet und was er uns heute zu sagen hat.


Pfarrei Bruder Klaus, Birsfelden

In der Pfar­rei Brud­er Klaus in Birs­felden ist der heilige Brud­er Klaus auch heute noch ein Vor­bild für das friedliche Zusam­men­leben in der Pfar­rei, in der Gemeinde, im Kan­ton und im ganzen Land. Für Gemein­deleit­er Wolf­gang Meier ste­ht Brud­er Klaus aber auch für die Verbindung zwis­chen den Men­schen und Gott. «In der Stille, im Gebet schenkt sich uns der liebende Gott, sind wir als Men­sch ganz eins mit ihm. Das hat Brud­er Klaus uns vorgelebt.»
In der Pfar­rei gibt es eine Marien­grotte, der ein Ort der Stille ist. Wo der Weg zur Marien­grotte hochge­ht, zwis­chen Fridolin­sheim und Brud­er-Klaus-Kirche ste­ht eine Holzstehle mit dem Brud­er-Klaus-Rad und der Inschrift: «Friede ist allzeit in Gott …».
Es sei Brud­er Klaus auch ein Anliegen gewe­sen, sich für andere Men­schen einzuset­zen, die es nicht so gut wie wir haben, sagt der Gemein­deleit­er.
Das Patrozini­um feiert die Pfar­rei am Son­ntag, 28. Sep­tem­ber, um 10.15 Uhr in der Brud­er-Klaus-Kirche in Birs­felden mit einem Gottes­di­enst mit Kom­mu­nion­feier. Der Can­tus-Chor singt.

Biografie

Brud­er Klaus – Patron der Schweiz

Niklaus von Flüe lebte von 1417–1487. Er ist der wichtig­ste Heilige der Schweiz. Vie­len Men­schen ist er auch heute noch ein Vor­bild in Mys­tik und Spir­i­tu­al­ität, Gesellschaft und Poli­tik. Niklaus von Flüe stammte aus ein­er Obwald­ner Bauern­fam­i­lie und heiratete 1441 Dorothe Wyss. Gemein­sam hat­ten sie zehn Kinder. Von Beruf war Niklaus von Flüe Bauer, amtete aber auch als Richter und Rat­sherr. Im Alter von 50 Jahren ver­liess er seine Frau die Fam­i­lie, um Ein­siedler zu wer­den. Er soll dafür das Ein­ver­ständ­nis sein­er Frau bekom­men haben.

Niklaus von Flüe pil­gerte zunächst rhein­ab­wärts. In der Nähe von Liestal soll er eine Vision gehabt haben. Er sah die Stadt in Flam­men aufge­hen und kehrte darauf hin um. In der Ran­ftschlucht, ganz in der Nähe sein­er Fam­i­lie liess er sich nieder. In sein­er Klause im Ran­ft lebte er ein asketis­ches Leben – inten­siv ver­ankert im Gebet. Brud­er Klaus, wie er von den vie­len Rat­suchen­den for­t­an genan­nt wurde, soll 19 Jahre lang auss­er der Heili­gen Kom­mu­nion und Wass­er nichts zu sich genom­men habe. 1481 trug er entschei­dend zum Friedenss­chluss von Stans bei. Am 21. März 1487 starb Brud­er Klaus. 1947 wurde er heiligge­sprochen. Der 25. Sep­tem­ber ist sein offizieller Gedenk­tag. Er ist der Schutz­pa­tron des Kan­tons Obwalden und der Schweiz. Weltweit sind ihm über 200 Kirchen und Kapellen gewei­ht. (eme)

Bruder Klaus - Lichtblick Römisch-katholisches Pfarrblatt der Nordwestschweiz 1
© zVg

Pfarrei Bruder Klaus, Unterkulm

In der Kirche Brud­er Klaus in Unterkulm befind­en sich an der Ost­seite der Kirche far­bige Fen­ster, die das Leben von Brud­er Klaus erzählen. Eine Holzs­tat­ue und ein Mosaik erin­nern eben­falls an den Heili­gen. Nicht zulet­zt mah­nt ein Stein vor der Kirche an seine Friedens­botschaft. Am Sam­stag, 27. Sep­tem­ber, um 17.30 Uhr wird in Unterkulm ein Gottes­di­enst zu Ehren des heili­gen Brud­er Klaus gefeiert. Der Kirchen­chor Kulm wird die Feier musikalisch begleit­en. Im Anschluss an den Gottes­di­enst find­et ein Imbiss statt. Der Pfar­reirat Unterkulm und Pfar­rer Piotr Pal­czyn­s­ki freuen sich auf viele Besucherin­nen und Besuch­er und auf ein gemütlich­es Beisam­men­sein beim anschliessenden Imbiss.


Pfarrei Bruder Klaus, Waldenburgertal Oberdorf

Sabine Brantschen ist Seel­sorg­erin in der Pfar­rei Brud­er Klaus Walden­burg­er­tal in Ober­dorf. Sie erin­nert sich gerne an das 600-Jahr-Jubiläum im Jahr 2017, an dem auch die Pfar­reien Liestal und Birs­felden teilgenom­men haben. Damals pil­gerte eine Gruppe auf dem Weg von Brud­er Klaus von Liestal nach Flüeli.
Sie erzählt, dass in Walden­burg zur Zeit des Zweit­en Weltkriegs eine Hand am Him­mel gese­hen wor­den sein soll. Brud­er Klaus habe sie schützend vor die Schweiz gehal­ten, erzäh­le man sich noch heute. Sie stimmt im Gottes­di­enst häu­fig das Brud­er-Klausen-Lied an oder betet sein Gebet. «Den Men­schen ist dieses Gebet nahe am Herz», sagt die Seel­sorg­erin. Für sie sei Brud­er Klaus aber nicht ohne seine Dorothee zu haben, die ihn hat ziehen lassen. Mit den Erstkom­mu­nionkindern pil­gert Sabine Brantschen gern zum Ran­ft. Seit einiger Zeit lädt sie dazu die ganze Fam­i­lie der Kinder mit ein.


Pfarrei Bruder Klaus, Stein


Berthold Kessler ist Pfar­reiseel­sorg­er in der Pfar­rei Brud­er Klaus in Stein. In sein­er Pfar­rei erin­nert ihn das Klausen­rad am Kirch­turm an den Heili­gen. Für ihn ste­ht er für Inner­lichkeit, ohne sich von der Welt abzuwen­den. Brud­er Klaus sei ein Vor­bild für ein Leben aus dem Glauben. Seinen ein­fachen Lebensstil und die Art des Heili­gen Frieden zu stiften disku­tiert der Seel­sorg­er gerne mit den Fir­mandin­nen und Fir­man­den. Im Reli­gion­sun­ter­richt begeben sich die Schü­lerin­nen und Schüler auf einen biographis­chen Par­cours und spie­len gemein­sam Szenen aus dem Leben des Heili­gen nach. Übri­gens ist auch in Stein Dorothee Wyss präsent durch das Doroth­east­übli, wo sich der Kirchen­chor regelmäs­sig trifft, der das musikalis­che Leben­sporträt von Niklaus und Dorothee schon mehrmals aufge­führt hat. Das Patrozini­um feiert die Pfar­rei am 28. Sep­tem­ber um 10 Uhr mit Orgel und Trompete. Anschliessend gibt es einen Apéro.


Pfarrei Bruder Klaus, Liestal


Der Seel­sorg­er und Gemein­deleit­er Peter Mess­ingschlager denkt über zwei der weni­gen Sätze nach, die von Brud­er Klaus über­liefert sind: «‹Fried ist all­weil in Gott› bedeutet für mich, dass tiefer Friede in Gott zu find­en ist, weil Gott selb­st Friede ist. Und dass so manche unser­er Bemühun­gen um Frieden im Grossen wie im Kleinen oft deswe­gen scheit­ern, weil wir selb­st nicht in diesem Frieden sind.
‹Seid einan­der gehor­sam.› Dies bedeutet ja nicht, dass wir uns aufteilen in Befehlende und Befehlsempfänger. Es meint vielmehr, dass wir uns wirk­lich öff­nen füreinan­der, inter­essiert sind aneinan­der, aufmerk­sam wer­den füreinan­der. Ein­fach Hörende, Lauschende wer­den. So wie es das grosse ‹Schma Israel› zum Aus­druck bringt als grundle­gende Hal­tung: ‹Höre, Israel!›»
Das Patrozini­um feiert die Pfar­rei am 28. Sep­tem­ber mit einem fes­tlichen Gottes­di­enst, in dem die «Mis­sa fes­ti­va» von Alexan­der Gretchani­noff aufge­führt wird. Anschliessend gibt es einen Pfar­reikaf­fee.

https://youtu.be/7grZ8xPCavE?si=BR7XmlstKJo4eHEh
Eva Meienberg
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