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Die Evangelien sagen uns nichts darüber, was mit Maria nach ihrem Tod geschieht. Doch das Bekenntnis, dass Maria nach ihrem leiblichen Tod (die sogenannte Dormitio, nach der Tradition der orientalischen Kirchen) in den Himmel aufgenommen wurde, beruht auf diesen wenigen Versen aus der Offenbarung. Der Apostel Johannes berichtet uns von einer schwangeren Frau in den Wehen, deren bald zur Welt kommendes Kind vom Satan bedroht wird. Doch in dieser Vision wird das Kind von Gott aus den Händen Satans gerettet und an seine Seite gebracht. Die Mutter hingegen wird in die Wüste geschickt, von Gott beschützt. Er schickt sie nicht ins irdische Paradies, wie wir uns vielleicht die ideale Welt vorstellen, sondern an einen Ort wie unsere Erde, voller Leid, weil sie immer mehr der Liebe beraubt ist. Eine Wüste, in der Gott seinem Volk eine Zuflucht bereitet, einen sicheren Ort wo man leben, lieben und hoffen darf.
Die Geburt Jesu ist die Wiedergeburt der Hoffnung der Welt, die kein Satan jemals auslöschen kann. Maria ist der geschützte Ort, an dem wir auf dieser Erde bereits die Schönheit eines Stücks Paradies erfahren; deshalb ist sie Wahrzeichen der Kirche. Und über allem triumphiert die Hand Gottes, die uns den sichtbaren und unsichtbaren Mächten dieser Welt entreisst.
Wie ihr Sohn ist auch Maria gestorben; wie ihr Sohn wurde sie wieder zum Leben erweckt. Der feierliche Ruf, den die Engel an Maria richten, ist genau die Verheissung, dass die Mächtigen früher oder später von ihren Thronen stürzen, während die Demütigen zur wahren Seele der Welt werden.
Don Raffaele Buono, Missione Cattolica Italiana Liestal

