Mit der jungen Kraft der Engel

Mit der jungen Kraft der Engel

  • Die Aktion Angelforce bringt seit Jahren Kinder und Jugendliche dazu, sich als vor­wei­h­nachtliche Engel für die Gemein­schaft zu engagieren.
  • Selb­st in den Coro­n­a­jahren brach das Inter­esse der jun­gen Aktivis­ten nicht ab.
  • Dieses Jahr erre­icht die Teil­nehmerzahl bere­its wieder den Stand von vor Coro­na; allein im Aar­gau beteili­gen sich 200 Kinder und Jugendliche in zwölf Grup­pen.

Die Pro­jek­tidee ist auch bei der diesjähri­gen, bere­its 16. Durch­führung der Aktion Angelforce noch so aktuell und nach­haltig wie beim ersten Mal. Auf der Web­site der kirch­lichen Jugend­fach­stellen, die Angelforce ins Leben gerufen haben, ste­ht: «Während der angelforce-Woche engagieren sich Jugendliche in ihrer Umge­bung und fördern so die Gemein­schaft. Die Aktio­nen wer­den par­tizipa­tiv mit den Jugendlichen geplant, so dass sich diese aktiv daran beteili­gen und ihre Tal­ente ein­set­zen kön­nen. Dabei sollen die Aktio­nen den Teil­nehmenden Spass machen und lebendig sein.» Die Angelforce­woche find­et dieses Jahr statt vom 12.–19. Novem­ber.

Diese Voraus­set­zun­gen sind auch heuer wieder gegeben. Nicht weniger als 900 Kinder und Jugendliche haben sich aus der ganzen Deutschschweiz in selb­st organ­isierten Aktion­s­grup­pen zur Teil­nahme an Angelforce 2022 angemeldet. 200 davon allein aus dem Kan­ton Aar­gau. In zwölf Grup­pen über den ganzen Kan­ton verteilt, sor­gen diese Jugendlichen dafür, dass unter dem Mot­to «Natür­lich! Beflü­gle deine Mit­men­schen!» eine Aktion stat­tfind­et, die anderen Men­schen eine Freude bere­it­et, sie ent­lastet oder unter­stützt, einen Beitrag leis­tet zum kul­turellen Aus­tausch oder etwas dazu beiträgt, Natur und Umwelt zu schützen.

Viel Engagement im Aargau

Da sind zum Beispiel die drei Grup­pen aus dem Frick­tal, die sich an der Aktion «Weich­nacht­en im Schuhkar­ton» beteili­gen. Es braucht näm­lich nicht mehr als einen Schuhkar­ton, um darin ein Geschenk zu über­re­ichen, das für einen anderen Men­schen wertvoll ist. Ger­ade wenn es um leben­snotwendi­ge Güter geht, erleben die Jugendlichen beim Sam­meln von Nahrungs- und Mate­ri­al­spenden, wieviel man in einen Schuhkar­ton pack­en kann und wie sehr ein solch­es Geschenk die Men­schen beglückt, die in Armut leben oder mit nichts als dem nack­ten Leben in die Schweiz geflüchtet sind.

In Endin­gen basteln und ver­schenken die Jugendlichen Lichter. Das Pro­jekt «Licht schenken» gibt es, seit es die Aktion Angelforce gibt. Auch in anderen Kan­to­nen ist dieses Pro­jekt sehr beliebt, da es ein­fach per­fekt in die dun­kle Jahreszeit passt und ein schönes Zeichen set­zt für den bevorste­hen­den Advent und für Wei­h­nacht­en. Auch Selb­st­ge­back­enes wird alle Jahre wieder ange­boten; der Phan­tasie und Kreativ­ität sind dabei kein­er­lei Gren­zen geset­zt. Eine Gruppe aus Baden geht dies­bezüglich voll mit der Zeit und ver­schenkt in diesem Jahr gesunde, sel­ber pro­duzierte Mües­liriegel.

Die trau­ri­gen Auswüchse des Zeit­geistes haben eine Gruppe aus der Jugen­dar­beit Aar­burg auf die Idee gebracht, in der Angelforce­woche Abfall zu sam­meln und daraus ein Kunst­werk zu gestal­ten. Die fer­tige Plas­tik, die der Gesellschaft einen Spiegel vorhält, dabei aber auch zeigt, dass aus etwas Hässlichem oder Unge­sun­dem den­noch etwas Schönes, Nach­haltiges wer­den kann, wird am 19. Novem­ber, ca. um 13.30 Uhr, im Rah­men eines Ober­stufe­nan­lass­es im Pfar­reizen­trum Guthirt in Aar­burg aus­gestellt. Detail­lierte Angaben wer­den vor dem Anlass auf der Web­site der Pfar­reien Aar­burg-Rothrist veröf­fentlicht.

Mehr Teilnehmer als Kappen

Remo Meis­ter von der Fach­stelle Jugend und junge Erwach­sene der Aar­gauer Lan­deskirche zeigt sich sehr erfreut über das hohe Inter­esse an der Aktionswoche: «Aus der ganzen Deutschschweiz sind Grup­pen angemeldet. Dieses Jahr sind auch neue Grup­pen aus Deutschfreiburg und dem Thur­gau dabei. Vorher waren es vor allem Teil­nehmer aus den Kan­to­nen Solothurn und Aar­gau. Aber heuer sind viele Grup­pen über­haupt zum ersten Mal dabei, und das freut uns gewaltig. Coro­na hat unser­er Aktion ja nicht ger­ade gut getan. Auf­grund der Teil­nehmerzahlen der let­zten bei­den Jahre haben wir dieses Jahr nur 700 Angelforcekap­pen bestellt. Jet­zt sind aber schon 900 Jugendliche angemeldet! Zum Glück haben wir noch genug Kap­pen aus Rest­bestän­den, die wir aus allen Kan­to­nen zusam­men­tra­gen kön­nen. So bekom­men wirk­lich alle auch dieses Jahr ihre Kappe.»

Die typ­is­chen far­bigen Wollmützen mit dem Angelforcel­o­go auf der Stirn sind im Laufe der Jahre zum regel­recht­en Sam­melob­jekt für die teil­nehmenden Jugendlichen gewor­den. Weil man aber auch bei der Pro­duk­tion dieses Acces­soires auf Nach­haltigkeit achtet, wollen die Ver­anstal­ter nun nicht ein­fach à fonds per­du noch ein­mal nach­pro­duzieren lassen für diese Sai­son. Aber für das kom­mende Jahr sind sie vorge­warnt: Jugendlich­es Engage­ment für einen guten Zweck lässt sich von ein­er blö­den Viruskrankheit vielle­icht mal kurz etwas brem­sen, aber aufhal­ten lässt sich die Kraft der Engel durch nichts und nie­man­den.

Christian Breitschmid
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