
© Eva Meienberg
Das ist Ihr Ding!
Leserinnen und Leser erzählen von ihren wertvollen Dingen – nach dem Motto der Schöpfungszeit
«Wertvoll leben – vom Mehrwert der Dinge» lautet das diesjährige Motto. Die Zeit zwischen dem 1. September und dem Gedenktag des Franz von Assisi am 4. Oktober widmen die Kirchen der Bewahrung der Schöpfung. Welche Dinge brauchen wir? Was macht das Leben wertvoll? Der Verein «oeku Kirche für die Umwelt» regt an, sich in der Schöpfungszeit mit diesen Fragen zu beschäftigen.
Wir besitzen viele Dinge. Wir konsumieren tagein tagaus. Neben notwendigen Dingen häufen sich Gegenstände an, von denen wir kaum mehr wissen, dass wir sie haben. Nur wenige Dinge bedeuten uns viel: die gut eingelaufenen Wanderschuhe, ein Erbstück der Grossmutter, ein robustes Küchengerät. Wert ist nicht käuflich, Sehnsucht nicht mit Konsum stillbar. Die Schöpfungszeit 2026 ruft dazu auf, sich auf die Suche zu machen nach dem, was das Leben wertvoll macht.
Marienamulett aus Lourdes
1988 auf einer Pilgerreise nach Lourdes kaufte ich mir dort dieses kleine Marienamulett und trage es seit 38 Jahren, heute bin ich 87, ununterbrochen an meinem Hals. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Gottesmutter Maria mich in meinem Leben besonders beschützt hat und weiter beschützen wird.
Gudrun Fix-Geiger

Taschen-Rosenkranz aus Einsiedeln
Mein Ding ist ein Taschenrosenkranz aus Einsiedeln, den mir mein Vater vor vielen Jahren geschenkt hat. Ich trage ihn immer bei mir. Er steht für meine Verbundenheit mit dem christlichen Glauben und für die liebevolle Erinnerung an meinen (mittlerweile verstorbenen) Vater.
Brigitte Locher, Würenlos

Goldmedaille
Mein Grossvater und Götti erhielt diese Goldmedaille im Jahr 1964 als Auszeichnung für 50 Jahre aktives Engagement im Kirchenchor. Ich war in derselben Kirche Ministrant und bin heute noch gläubiger Katholik. Als ältester Nachkomme habe ich sie von ihm geerbt.
Ich war sehr stolz, meinen Grossvater als meinen Götti zu haben. Er arbeitete sein Leben lang hart als Maurer, hatte viele politische Ämter inne und war ein angesehener Mann im Dorf. Er wurde 91 Jahre alt und war somit 33 Jahre lang mein Götti.
Alexander Schneider, Oftringen

Kleinskulptur aus Stein und Holzkohle
Mein Ding ist eine Kleinskulptur, bestehend aus einem geologisch besonderen Steinwürfel und einem Stück Holzkohle aus einem Weinstock. Den Steinwürfel habe ich von einem Bekannten, der Geologe ist und die Holzkohle von einem Bekannten, der Hobby-Köhler ist. Beides habe ich dann so zusammengefügt. Wichtig ist die Skulptur für mich, da sie persönliche Geschichten in sich vereint und weil die Kombination der Elemente Holz und Stein ein fast meditatives Ausrufezeichen zum Thema Zeit widerspiegelt.
Helmut Rodenhausen, Pfeffingen

Herz aus Salzteig und Engel aus Pappmaschee
Ein Herz aus Salzteig und ein Engel aus Pappmaschee sind die zwei Dinge, die mir viel bedeuten und mich seit mehr als 25 Jahren begleiten. Die beiden Basteleien stellten meine Kinder in sehr jungen Jahren her, und ich erinnere mich noch sehr genau, wie glücklich sie waren, so tolle Werke geschaffen zu haben. Der Engel und das Herz bekamen für lange Zeit einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal. Das Herz ist im Laufe der Jahre etwas zerfallen, früher stand noch gut lesbar «Mama» darauf. Mittlerweile verwahre ich sie in einem Karton zusammen mit anderen gebastelten Gegenständen. Diese kleinen Kunstwerke sind mehr als nostalgische Erinnerungsstücke. Sie sind frühe Meilensteine ihres Lebens, die ich wie einige andere Dinge aus ihrer Kindheit und Jugend für meine Kinder aufbewahre.
Ayelet Kindermann, Basel

