Herz-Jesu-Freitag

Herz-Jesu-Freitag

Bildquelle: unsplash — THLT LCX

Als ich mich vor sechs Jahren in der Pfar­rei Reinach vorstellte und mich erkundigte, was in Reinach kirch­lich “wichtig” sei, wurde mir beschieden, es würde keine Ital­iener geben, keine Beicht­en und der Herz-Jesu-Fre­itag sei auch nicht präsent. Die ersten bei­den Angaben haben sich offen­sichtlich (und glück­licher­weise) als falsch erwiesen. Der Herz-Jesu-Fre­itag ist aber wirk­lich kein gross­es The­ma.  

Da jedoch Papst Pius IX. vor exakt 170 Jahren, am 23. August 1856, weltweit das Herz-Jesu-Fest ein­führte – und wir den Brauch der Hauskom­mu­nion am Herz-Jesu-Fre­itag wieder beleben möcht­en — hier ein paar Gedanken dazu.

Die Herz-Jesu-Fröm­migkeit ist — aus­ge­hend von Joh 19,33–34, wo der Sol­dat seine Lanze in die Seite des gekreuzigten Jesus stösst und sogle­ich Blut und Wass­er her­aus­fliessen — eine pri­vate Fröm­migkeit­sübung des Mit­te­lal­ters die durch die Visio­nen der im Bur­gund gebore­nen Kloster­frau und Mys­tik­erin Mar­gare­ta Maria Ala­coque (1647–1690) zum kirch­lichen Kult avancierte. Chris­tus erschien dieser Schwest­er mehrmals und beklagte die Undankbarkeit der Men­schen angesichts der grossen Liebe, die er ihnen durch sein Lei­den erwiesen hat. 1675 forderte er Mar­gare­ta auf, sich für ein Fest zur Verehrung seines heilig­sten Herzens am Fre­itag nach der Fron­le­ich­nam­sok­tav einzuset­zen. Er wün­schte auch eine Herz-Jesu-Verehrung jew­eils am ersten Fre­itag im Monat. Aber bei­des brauchte seine Zeit: Das erste Herz-Jesu-Fest in Paray-le-Moni­al wurde 1686 gefeiert, dafür hat dann Papst Leo XIII. 1899 sog­ar die ganze Welt dem Herzen Jesu gewei­ht. Die all­ge­meine Überzeu­gung war, dass Jesus Chris­tus auf die Verehrung seines Herzens mit einem Ein­greifen in die Zeit antwortet.

Heute zählt das Herz-Jesu-Fest zwar zu den Hochfesten, aber die Herz-Jesu Verehrung ist seit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zunehmend in den Hin­ter­grund getreten. War sie bis in die Mitte des 20. Jahrhun­derts ein ver­bre­it­eter «cul­tus» der Kirche, ist sie heute eher wieder das, was sie schon im Mit­te­lal­ter war: eine per­sön­liche Fröm­migkeit­sübung. Was im gemein­schaftlichen Vol­lzug geblieben ist: Am Herz-Jesu-Fre­itag (erster Fre­itag im Monat) ist vielerorts die Eucharistiefeier mit ein­er Anbe­tung und dem sakra­men­tal­en Segen ver­bun­den. In Reinach nicht, da wir am Fre­itagvor­mit­tag jew­eils den Gottes­di­enst im Andacht­sraum des SZ Aumatt hal­ten. Dafür pfle­gen wir die eucharis­tis­che Anbe­tung und den sakra­men­tal­en Segen am ersten Mittwoch des Monats in der Pfar­rkirche.

Hauskom­mu­nion

Was wir neu auf­greifen wollen, ist der Brauch, an diesem Tag den kranken oder alten Pfar­reiange­höri­gen die Kom­mu­nion nach Hause zu brin­gen. Wenn Sie den Besuch des Pfar­reiseel­sorg­ers oder des Pfar­rers für Gespräch, Kom­mu­nion, evtl. Beichte oder Kranken­sal­bung wün­schen, melden Sie sich bitte im Pfar­ramt.

Pfar­rer Alex L. Maier

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