Der Klang bleibt

Manch­mal merkt man erst beim Gehen, wie viele Spuren ein Ort in einem Men­schen hin­ter­lässt. Es sind sel­ten die grossen Momente allein. Es ist der Klang ein­er Tür im Pfar­rhaus. Der Blick in eine Kirche am frühen Mor­gen. Die Stim­men vor einem Gottes­di­enst. Der Geruch von Kaf­fee nach ein­er Sitzung. Ein Kind, das bei der Taufe ernst schaut, als wüsste es mehr als wir Erwach­se­nen.

Im Som­mer gebe ich meine Auf­gabe als Pas­toral­raum­leit­er weit­er. Ich schreibe diesen Satz langsam. Er gehört zu meinem Weg. Und er gehört auch zu diesem Pas­toral­raum, der in den ver­gan­genen drei Jahren für mich mehr war als ein Arbeit­sort.

Ich bin dankbar für diese Zeit. Für das Ver­trauen, das mir viele Men­schen geschenkt haben. Für Gespräche zwis­chen Tür und Angel. Für stille Augen­blicke. Für gemein­sames Lachen. Für ehrlich­es Rin­gen. Für all das Unschein­bare, das unser kirch­lich­es Leben trägt.

Vieles in der Kirche geschieht leise. Jemand schliesst eine Tür auf. Jemand richtet Blu­men. Jemand schreibt ein Pro­tokoll. Jemand hält eine Hand, weil Worte ger­ade zu gross wären. Jemand bleibt nach ein­er Feier noch kurz da und räumt mit auf. Solche Dinge ste­hen sel­ten im Vorder­grund. Aus ihnen wächst, was eine Pfar­rei lebendig macht.

Ich habe in diesen Jahren oft gespürt: Kirche begin­nt dort, wo ein Men­sch einem anderen Raum gibt. Raum zum Fra­gen, zum Atmen. Raum für das, was gelun­gen ist, und für das, was schw­er blieb. Darin lag für mich der Sinn des men­schlichen Lebens.

Natür­lich gab es auch Pläne, Sitzun­gen, Zuständigkeit­en, Bud­gets, Konzepte und Entschei­dun­gen. Das alles gehört dazu. Manch­mal nimmt es viel Platz ein. Am Ende bleibt für mich aber die ein­fache Frage: Dient es dem Leben? Hil­ft es Men­schen, aufrechter zu gehen, freier zu atmen, einan­der bess­er, klar­er, tiefer zu sehen?

Ich habe in diesem Pas­toral­raum viel gel­ernt. Über Geduld. Über Gren­zen. Über die Kraft klein­er Gesten. Über die Schön­heit eines Glaubens, der im All­t­ag seinen Platz find­et. Und über Gemein­schaft, die ver­let­zlich ist und stark zugle­ich.

Jede Pfar­rei im Pas­toral­raum hat ihren eige­nen Klang. Muri anders als Aris­tau. Boswil anders als Meren­schwand. Bünzen anders als Bein­wil. Das ist schön. Und manch­mal anspruchsvoll. Wie bei Men­schen auch.

Beson­ders danke ich allen, die mir per­sön­lich etwas von ihrem Leben anver­traut haben. Freude und Schmerz. Abschied und Neube­ginn. Zweifel und Hoff­nung. Solche Augen­blicke gehen mit. Sie wer­den stiller. Sie bleiben im Herzen.

Ich danke allen, die diesen Pas­toral­raum mit­tra­gen: den Seel­sor­gen­den, den Mitar­bei­t­en­den, den Kat­e­chetinnen und Kat­e­cheten, den Sekre­tari­at­en, den Sakris­tanin­nen und Sakris­ta­nen, den Musik­erin­nen und Musik­ern, den Behör­den, den Frei­willi­gen und den vie­len Men­schen, die ein­fach da sind, wenn sie gebraucht wer­den. Das klingt ein­fach. Aber es ist so viel mehr.

Dankbar für das, was war, acht­sam gegenüber dem, was offen bleibt, gehe ich weit­er. Ver­trauensvoll gegenüber dem, was kommt.

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